Kein leichtes Spiel am Spieljoch

Beim TT-Forum im FeuerWerk heizten die Kritiker des Metzenjochbahn-Projektes Fügens Bergbahnchef Bürgermeister Walter Höllwarth kräftig ein. Modernisierung statt Erweiterung lautet ihre Forderung.

Von Angela Dähling

Fügen –Der Stillstand am Berg bewegt: Mehr als 250 Besucher machten sich Mittwochabend auf den Weg ins FeuerWerk in Fügen, um über die Zukunft des Skigebietes am Spieljoch zu diskutieren. Die Tiroler Tageszeitung hatte zum TT-Forum unter dem Titel „Endloser Hürdenlauf am Spieljoch – Kann die geplante Skigebietserweiterung je realisiert werden?“ geladen.

Die Kritiker, darunter etliche Agrarier, die sich zahlreich zu Wort meldeten, erteilten dabei der Erweiterung per Metzenjochbahn eine Absage. „Hektarweise muss da gerodet werden – grad für einen Lift. Das bringt nichts und kostet viel Geld“, meinte ein Besucher. Seiner Meinung, dass das Geld lieber in die Modernisierung der alten Lifte gesteckt werden sollte, schlossen sich mehrere Diskussionsteilnehmer aus dem Publikum an.

Das hatte Ernst Erlebach, Obmann des TVB Erste Ferienregion im Zillertal, bereits zu Beginn des Forums kommen sehen. „Jeder weiß es besser. Deshalb kommen wir nicht weiter. Die Behörden und die eigenen Leute werfen einem Prügel vor die Füße“, meinte er auch in Anspielung darauf, dass Erweiterungspläne bisher an der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) und der Agrargemeinschaft scheiterten. Alarmierend: Laut Erlebach stünden bereits drei, vier Hotels im Bereich der Spieljochbahn zum Verkauf.

Die Rodung sei kein Problem, betonte der Leiter der Tiroler WLV, Siegfried Sauermoser. Durch technische Maßnahmen und Ersatzaufforstungsfläche käme es zu keiner hydrologischen Verschlechterung. Hubert Leo, Obmann der Agrargemeinschaft, betonte auf Nachfrage von Diskussionsleiter TT-Chefredakteur Mario Zenhäusern, dass die Agrarier mit dem Dienstbarkeitsvertrag einverstanden seien. Der Bau eines Forstweges müsse halt genehmigt werden. Zudem müsse man endlich rigoros gegen die Variantenfahrer, die aufkommenden Schutzwald zerstören, vorgehen. „Stimmt, die haben sogar Zangen dabei, um in das abgezäunte Gebiet zu gelangen“, gab ihm Bürgermeister Walter Höllwarth als Geschäftsführer der Fügener Bergbahn Recht. Höllwarth forderte mehr Vertrauen in die Entscheidungen der Liftgesellschaft ein. „Dem Gast ist unser Skigebiet zu klein. Er informiert sich schon zuhause im Internet darüber und fährt deswegen gar nicht rauf“, erklärte er die Notwendigkeit der Erweiterung und nannte dabei auch Zell-Gerlos sowie Alpbach-Wildschönau als positive Beispiele. Er hätte zwar auch gerne neue Lifte am Spieljoch, „aber eine neue Spieljochbahn kostet 22 Mio. Euro und wir kriegen nicht mehr Leute hinauf“, erklärte er. Die alte Gondelbahn fange sich erst jetzt an zu rechnen, die Beförderungszahlen seien aber von 192.000 auf 140.000 zurückgegangen. Durch die Erweiterung rechne man mit 20 Prozent mehr Skigästen am Spieljoch.

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Während Hubert Leo eine Volksbefragung anregte, wurde im Publikum die Frage nach dem Gesamtkonzept laut. „Soll mit Hochfügen oder Kaltenbach zusammengeschlossen werden“, lautete die Frage. „Legt die Karten auf den Tisch, sonst reden wir in fünf Jahren wieder über eine Umweltverträglichkeitsprüfung“, kritisierte auch Sauermoser (WLV) die „Salamitaktik“ der Bergbahn. „Das geht nicht. Wir sind da gebrannte Kinder“, war Höllwarths Antwort. Gespräche mit beiden Liftgesellschaften stünden demnächst an.


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