Kauflaune der Türken ist schlecht wie seit Jahren nicht mehr

Korruptionsvorwürfe, höhere Zinsen und eine schwache Währung hinterlassen Spuren in der Realwirtschaft.

Istanbul - Die Kauflaune der Türken ist angesichts von Währungsturbulenzen und Korruptionsvorwürfen gegen die Regierung eingebrochen. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen fiel im Februar um 4,3 auf 69,2 Punkte. Das ist der niedrigste Stand seit vier Jahren, teilte das Statistikamt am Donnerstag mit. Erst ab Werten von 100 signalisiert der Index eine positive Konsumstimmung.

„Es ist jetzt klar, dass die erhöhte innenpolitische Risikowahrnehmung, höhere Leitzinsen und eine schwächere Währung sich unmittelbar auf die Realwirtschaft auswirken“, sagte der für Schwellenländer zuständige Analyst der Standard Bank, Timothy Ash. „Die einzige Frage ist nun, wie kräftig der Abschwung sein wird.“

Die türkische Lira war in Jänner auf ein Rekordtief zum Dollar gefallen, woraufhin die Zentralbank ihre Leitzinsen kräftig anhob. Gleichzeitig wird das Vertrauen in die politische Führung durch Korruptionsvorwürfe erschüttert. Ministerpräsident Tayyip Erdogan steht unter anderem wegen eines angeblichen Telefonmitschnitts unter Druck, auf dem er mit seinem Sohn darüber sprechen soll, wie Millionensummen vor Korruptionsermittlern in Sicherheit gebracht werden können. Ob es ein echter Mitschnitt ist, ist unklar. (APA/Reuters)

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