Industrie-Einkaufsmanagerindex im Februar gesunken

Wien - Der Bank Austria Einkaufsmanagerindex für die heimische Industrie lag im Februar den siebenten Monat in Folge über der Wachstumsgrenz...

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Wien - Der Bank Austria Einkaufsmanagerindex für die heimische Industrie lag im Februar den siebenten Monat in Folge über der Wachstumsgrenze von 50 Punkten, sank jedoch im Vergleich zum Vormonat von 54,1 auf 53 Punkte. Deutliche Impulse aus Deutschland und eine mäßigere Nachfrage aus den Schwellenländern resultierten in einem langsameren Auftragszuwachs und einer Dämpfung der Produktionszunahme.

Ökonomen erwarten starke Auslands-Nachfrage

Die Ökonomen der Bank Austria erwarten für heuer ein Industriewachstum in Österreich von rund vier Prozent. Das Verhältnis des Index für Neuaufträge zu jenem der Lagerbestände befinde sich auf einem konstant hohen Niveau, was eine Belebung der Industriekonjunktur anzeige. Die Ökonomen erwarten für die kommenden Monate eine starke Nachfrage vor allem aus dem Ausland. Die bereits vorliegenden Februar-Einkaufsmanagerindizes liegen in den europäischen Industriestaaten, insbesondere Deutschland, deutlich im Wachstumsbereich. In den USA hat sich der Einkaufsmanagerindex im Februar sogar auf 56,7 Punkte erhöht.

Die aktuelle Umfrage unter den Einkaufsmanagern österreichischer Industriebetriebe zeige aber eine leichte Verlangsamung des Aufwärtstrends im heimischen Produktionssektor, so Bank-Austria-Chefvolkswirt Stefan Bruckbauer in einer Aussendung am Donnerstag. „Auch wenn einige Aspekte auf eine leichte Verlangsamung des Tempos hinweisen, sind die angestiegenen Lieferzeiten doch ein Indiz für ein weiterhin reges Erholungstempo, das auch in den kommenden Monaten anhalten sollte“, erwartet Bruckbauer.

Bei allen Teilindizes der Einkaufsmanager-Umfrage mit Ausnahme der Beschäftigung gab es einen Rückgang. Der Auftragseingang lag im Februar bei 54,4 Punkten nach 56,3 Punkten im Jänner, Produktion bei 54,9 (56,6), Beschäftigung 50,7 (50,2), Lieferzeiten 45,6 (46,3), Vormaterial bei 46,5 (49,5), Einkaufspreise 53,1 (54,6) und der Auftragsbestand bei 55,5 (57,7) Punkten.

Zweiter Monat in Folge mit Beschäftigungswachstum

Sowohl die Binnennachfrage in Österreich als auch das Exportneugeschäft ist laut den Bank-Austria-Ökonomen „gut in Schwung“ geblieben. „Während die anhaltend robuste Nachfrage aus unserem Nachbarland Deutschland für kräftige Impulse sorgte, entwickelten sich die Neubestellungen aus den Schwellenländern zurückhaltender“, so Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl. Das Auftrags- und Produktionswachstum sei im Februar so stark gewesen, dass sich die Auftragspolster den siebtem Monat in Folge erhöhten

Der hohen Nachfragezuwachs hat laut Pudschedl für einen „spürbaren Anstieg“ der Einkaufspreise im Februar gesorgt, speziell für Konsumgüterhersteller. „Starker Wettbewerbsdruck verhinderte im Februar weitgehend, dass Österreichs Produzenten die deutlich gestiegenen Einkaufspreise an ihre Kunden weitergeben konnten.“ Die Verkaufspreise seien im Februar nur sehr moderat gestiegen und damit habe sich die Kostensituation für die heimischen Betriebe im Vergleich zum Vormonat etwas verschärft.

Der Aufwärtstrend der österreichischen Industrie seit der zweiten Jahreshälfte 2013 wirkt sich auch positiv auf die Beschäftigungsentwicklung im Industriesektor aus. „Im Februar sind den zweiten Monat in Folge neue Jobs entstanden. Der Beschäftigungsaufbau in den heimischen Industriebetrieben ist aktuell jedoch nur sehr gering. Derzeit führt die höhere Produktion vor allem zu einer Verbesserung der Produktivität“, meinte Bruckbauer. Aufgrund des unterdurchschnittlichen Auslastungsgrades benötige es für eine spürbare Verbesserung der Arbeitsmarktlage im Produktionssektor aber eine „schwungvollen Fortsetzung der Erholung“. (APA)


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