Zangerl sauer auf Zoller: „Es passiert nichts“

Von Peter Nindler...

Von Peter Nindler

Innsbruck –Sichtlich angefressen war Erwin Zangerl (AAB/FCG) gestern nach seiner Wahl zum Arbeiterkammerpräsidenten. Weil er die SP-Gewerkschafter (FSG) im Vorfeld für die Nominierung ihrer beiden Vorstandsmitglieder kritisiert hatte, enthielten sich die 13 roten Kammerräte bei der Präsidentenwahl ihrer Stimme. Daraufhin rief Zangerl die Eiszeit aus: „In Arbeitnehmerfragen ziehen wir an einem Strang, aber nach außen ist für mich der ÖGB jetzt der starke Partner“, sagte er in Richtung FSG-Chef Günter Mayr. Dieser begründete die Stimmenthaltung mit einem notwendigen Signal an Zangerl. „Personalentscheidungen in unserer Fraktion treffen wir selbst.“ Dass die FSG statt Ulli Ernstbrunner Bernhard Höfler in den AK-Vorstand entsendet, konnte Zangerl nicht nachvollziehen.

Bereits am Montag wollen AK und ÖGB gemeinsam ein Zeichen bei dem vom Land einberufenen Sozialpartnergipfel setzen. Zangerl und ÖGB-Chef Otto Leist fordern angesichts der Jobkrise eine Beschäftigungsoffensive. „Die Landesregierung muss endlich Geld in die Hand nehmen“, betont Leist. Er vermisst klare Konzepte zur Ankurbelung der Wirtschaft und für Beschäftigung.

Zangerl nahm seine Angriffslust mit in seine Grundsatzerklärung als wiedergewählter Präsident. Harsche Kritik übte er an der Standort­agentur des Landes, die für Betriebsansiedelungen zuständig ist. „Wo ist sie?“, fragte er sich schon. Giftpfeile schoss Zangerl auch in Richtung Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (VP) ab, die politisch Verantwortliche für die Standortagentur. Zoller-Frischauf sei kein einfacher Mensch. Sie sagt, sie sei die Größte, „aber es passiert nichts.“ 200 Betriebe seien gegründet worden, aber man merke nichts davon. Zangerl: „Sind es Würstlstandln?“

Im Gespräch mit der TT präzisierte der AK-Chef dann seine Forderungen: „Es braucht eine Standort-Offensive und die Ansiedelung von Ganzjahresarbeitsplätzen.“ Und für die Arbeiterkammer verlangt Zangerl einen Sitz im Kuratorium der Standort­agentur. „Das Land hat unseren Wunsch jedoch bisher abgelehnt.“ Politisch mahnte er die Vermögenssteuer, eine Wohnbauoffensive und ein scharfes Vorgehen gegen Lohndumping und Ausbeutung von Arbeitnehmern ein.

Dem neuen AK-Vorstand gehören neben Zangerl die Vizepräsidenten Reinhold Winkler, Verena Steinlechner-Graziadei sowie Ambros Knapp, Fritz Gurgiser, Anton Pertl, Tanja Ruprecht und Werner Salzburger (alle AAB-FCG) sowie Mayr und Höfler (FSG) und mit Helmut Deutinger erstmals ein Grüner an.


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