Ein langes Leben für den Hörfunk

Innsbruck – Er gehört zu den Menschen, die viele Tiroler auf Anhieb blind erkennen würden: Ernst Grissemann. Kaum ertönt seine Stimme bei de...

© Thomas Böhm / TT

Innsbruck –Er gehört zu den Menschen, die viele Tiroler auf Anhieb blind erkennen würden: Ernst Grissemann. Kaum ertönt seine Stimme bei der Gesprächsrunde „Zeitzeugen“ Mittwochabend im Casineum Innsbruck, geht ein Raunen durch das Publikum. Ja, das ist sie, „The Voice“, die Österreichs Radio über viele Jahrzehnte geprägt hat. Mit diesem Kompliment kann der 80-Jährige gut umgehen, sagt aber auch, dass er nicht nur auf seine Stimmbänder reduziert werden möchte.

Dass da mehr ist, zeigt die fesselnde Persönlichkeit Grissemann dann in den folgenden zwei Stunden auf eine wunderbar unterhaltsame Art und Weise: Da gibt es Interessantes zu seinem Werdegang und viele lustige Anekdoten aus dem Leben der ORF-Größe. Immer wieder imitiert er seinen damaligen Chef, den langjährigen ORF-Generalintendanten Gerd Bacher in einer gekonnten Art, die nicht nur für Lacher sorgt, wenn er sagt: „Ich bin kein Stimmen­imitator, aber als Gerd Bacher würde ich einen Banküberfall hinkriegen.“ Er erzählt skurrile Begebenheiten aus 28 Jahren Song-Contest-Moderation, wird aber auch ernst und politisch, wenn er sagt, dass der ORF das Rundfunkgesetz enger interpretierten sollte, wenn er auch in Zukunft im Kampf mit den Privaten überleben will. Die Zusammenlegung von Hörfunk und Fernsehen wäre der Tod des Hörfunks, genauso falsch wäre ein Verscherbeln der Landesstudios an die Länder.

Die Gesprächsreihe wird von den Casinos Austria, ORF Tirol und der Tiroler Tageszeitung veranstaltet. (lipi)

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