Salonfähige Mobilität in voller Blüte

Der Genfer Autosalon bedient mit seiner Vielzahl von Europa- und Weltpremieren alle Zielgruppen: Es locken farbenfrohe Kleinstwagen, formenprächtige Concept Cars und stürmische Supersportwagen.

Als Repräsentant für eine Vielzahl von Klein- und Kleinstwagen, die auf dem Genfer Autosalon erstmals zu sehen sind, steht der Aygo der zweiten Generation, gefertigt vom japanischen Hersteller Toyota, motorisiert mit einem 69 PS starken Einliter-Dreizylin
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Von Markus Höscheler

Genf –Sind Sie knapp bei Kass­e und besteht dennoch Bedarf nach einem Fahrzeug? Gut möglich, dass für Sie auf dem 84. Genfer Autosalon etwas dabei ist, denn wer nach günstigen Kleinstwagen in moderner Ausführung Ausschau hält, wird schnell fündig. So haben sich die Kooperationspartner PSA Peugeot Citroën und Toyota dazu entschieden, eine neue Generatio­n ihrer City­flitzer vorzustellen: Das Ergebnis schlägt sich nieder im 108, C1 und Aygo, allesamt mit Drei­zylinder-Benzinmotoren versehen und wie bisher wohl im Bereich der 10.000 Euro angesiedelt. Neu bei dem Trio ist unter anderem die Möglichkeit, ein faltbares Stoffdach zu ordern. Von ähnlicher Gestalt ist die dritte Generation des Renault Twingo, der allerdings einige Tabus bricht: Neu sind Heckantrieb und Heckmotoren (Dreiyzlinder mit 70 und 90 PS). Geplanter Marktstart ist im Herbst. Gute Chancen auf einen baldigen Handelsstart hat der Celerio, den Suzuk­i aus Indien mitgebracht hat. Mit einer geländegängigen Cross-Version des Panda wartet Fiat auf. Der Opel Adam Rocks sprengt mit seinem Mix aus Cabrio und Offroad-Optik konventionelle Grenzen der Fahrzeugkategorien.

Bei den Kleinwagen sticht die seriennahe Studie Hazumi heraus, die als Vorläufer der nächsten Mazda2-Generation (siehe auch Seite 2) gilt. Von neuer Gestalt zeigt sich der überarbeitete VW Polo, Kia hat dem Soul eine Elektroversion spendiert. Die dürfte dank des hohen Drehmoments von 285 Newtonmetern zügig abgehen, aber nicht so ausdauernd sein wie die neuen S1-Modelle von Audi, die 231 PS stark und allradgetrieben sind. Nicht weit weg von der Serie dürft­e das Clubman Concept von Mini sein, das gegenüber dem aktuellen Modell deutlich gewachsen ist.

Bei den Kompakten ist die Variation noch breiter ausgefallen. Sie beginnt mit dem neuen 2er Active Toure­r von BMW, führt weiter über den Qoros 3 aus China, den Civi­c Type R von Honda, den facegelifteten Scirocco von Volkswagen, den 308 SW von Peugeot und endet – ohne Anspruch auf vollständige Aufzählung – beim Leon Cupr­a von Seat. Nicht zu vergessen ist der überarbeitete Focus von Ford.

In der Mittelklasse fallen das fünftürige 4er Gran Coupé von BMW und die neue C-Klasse von Mercedes auf, außerdem das ATS Coupé von GM-Tochter Cadillac. In der Oberklasse zeigt sich heuer überraschenderweise wenig Bewegung, dafür umso mehr in der Luxusklasse, vor allem dank Mercedes (siehe auch Seite 2). Rolls-Royce und Bentley enthüllen überarbeitete Varianten des Ghost bzw. des Continental.

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Dafür spielt sich mehr bei den Crossover-Modellen und bei den Sports Utility Vehicles ab. Nissan hat nach dem Start der zweiten Qashqai-Generation den Juke modifiziert, Kia den Sportage adaptiert. Ebenfalls chirurgische Einschnitte musste der X3 von BMW über sich ergehen lassen. Ohne Vorgänger ist der C4 Cactus von Citroën. Und Jeep zeigt nicht nur die nächste Cherokee-Generation erstmals in Europa, sondern führt der Welt auch den subkompakten Allradler Renegade vor.

Viel Bewegung gibt es im Sportwagenbereich, unabhängig von der Motorisierungswahl: Audi mischt die Szene mit der neuen TT-Generation (vorerst als Coupé) auf, Ferrari pflegt den California, als Beigabe spendieren die Italiener einen V8-Turbomotor mit 560 PS. Noch stärker ist der Huracán von Lamborghini, der mit 610 PS den Vorgänger Gallardo ebenso übertrumpft. Und es geht noch mehr mit konventionellen Verbrennungsmotoren: Der 650 S von McLaren, in Genf sowohl offen als auch geschlossen gezeigt, entfesselt mit einem 3,8-Liter-Biturbobenziner besagte 650 Pferdestärken. Knapp unter 500 PS bleibt das Mittelklasse-Coupé RC F von Lexus, knapp über 300 PS der WRX STI von Subaru. In einer eigenen Liga spielen dank Leichtbau und Vierzylinder-Motorisierung der 4C Spider von Alfa Romeo sowie die Muscle-Car-Neuauflage Mustang von Ford.

Erfreulich groß ist die Zahl der Concept Cars, die die Hersteller für den Auftritt am Autosalon in Genf reserviert haben: Außer der erwähnten Hazumi-Studie sollen unter anderem der T-roc von Volkswagen und der Estate von Volvo Publikumsreaktionen herauskitzeln. Außerdem in der Auslage: drei Entwürfe von Mitsubishi, der Vision C von Skoda, der Viziv 2 von Subaru, der Alfieri von Maserati und der Intrado von Hyundai.


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