Sechs Senatoren verlassen Grillo-Partei im Streit

Einer der ausgetretenen Senatoren, Ivan Catalano, warf der Parteispitze „faschistische Methoden“ vor.

Beppe Grillo, Begründer der Fünf Sterne-Bewegung.
© REUTERS/Giorgio Perottino

Rom - Die Krise in Italiens oppositioneller Fünf Sterne-Bewegung um den Starkomiker Beppe Grillo spitzt sich zu. Nach dem Ausschluss von vier Senatoren, die die Führungslinie Grillos kritisiert hatten, haben weitere zwei Parlamentarier, Ivan Catalano und Alessio Tacconi, die Oppositionsbewegung verlassen, um sich der gemischten Fraktion anzuschließen.

Catalano warf der Parteispitze „faschistische Methoden“ vor. Jegliche parteiinterne Diskussion und jeglicher Dialogversuch mit den anderen im Parlament vertretenen Gruppierungen werde systematisch verhindert. Dies sei in einer demokratischen Partei unannehmbar. Indiskretionen zufolge plant ein Dutzend Fünf Sterne-Senatoren den Austritt aus der Gruppierung. Die „orthodoxen“ Grillo-Parlamentarier feierten den Bruch. „Wir haben lediglich einige Parasiten verloren“, verlautete aus dem Parteigremium.

Am Donnerstag hatte die Front der Grillo-Aktivisten per Internet mehrheitlich für den Ausschluss der vier „rebellischen“ Senatoren Francesco Campanella, Lorenzo Battista, Luis Orellana und Francesco Bocchino gestimmt. Für die Ausgrenzung der vier Senatoren votierten per Internet 29.883 Personen, 13.485 stimmten dagegen. An der Online-Befragung hatten sich insgesamt 43.368 Fünf Sterne-Anhänger beteiligt. Die abtrünnigen Senatoren hatten Bereitschaft zu Gesprächen mit dem neuen Premier Matteo Renzi signalisiert. Grillo lehnt dagegen jeglichen Kontakt zu den etablierten Parteien ab.

Grillo, Gründer der Fünf Sterne-Bewegung, übte scharfe Kritik an den ausgeschlossenen Parlamentariern. Sie hätten bisher wenig und schlecht gearbeitet und seien längst nicht mehr mit der Bewegung im Einklang gewesen. (APA)


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