Mit der Bürgermeisterin zog Frieden am Berg ein

Elisabeth Daxauer gelang vor einem Jahr der Umbruch in Niederndorferberg: Sie wurde die erste Bürgermeisterin des Dorfes.

Niederndorferberg –Vor rund einem Jahr gelang ihr die Sensation: Elisabeth Daxauer wurde als erste Frau für das höchste politische Amt in Niederndorferberg gewählt. Nach dem Rücktritt ihres Vorgängers Wolfgang Baumgartner, ausgelöst durch seine juristische Auseinandersetzung mit der früheren Kindergartenleiterin, kam mit Daxauer ein Totalumbruch am „Berg“ – wie die 660 Einwohner zählende Gemeinde im Volksmund heißt –, auch im politischen Sinne. Daxauer gehört keiner Partei an und hat mit ihrer Frauen-Liste bei den Gemeinderatswahlen 2010 nur ein Mandat erhalten. Die TT unterhielt sich mit der 47-jährigen Dorfchefin über die Aufgabe, Politik, Dorf, Familie und einen Bauernhof unter einen Hut zu bringen.

TT: Frau Daxauer, wie waren die Reaktionen, als Sie Bürgermeisterin wurden?

Daxauer: Gewaltig und durchaus positiv. Auch aus anderen Gemeinden. Ich habe viele Anrufe bekommen. Das freut mich total. Auch die Niederndorferberger haben zum Großteil erfreut reagiert.

TT: Sie haben die Gemeinde nach dem Rücktritt Ihres Vorgängers in einer äußerst angespannten Situation übernommen, ist es gelungen, das Dorf wieder zu einen?

Daxauer: Eigentlich schon. Es war eine totale Spannung am Berg da. Heute wird im Gemeinderat auch wieder mal geblödelt und gelacht.

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TT: Welche Vorhaben wurden in diesem Jahr umgesetzt?

Daxauer: Wir haben Hochwasserschäden sanieren müssen, außerdem die Gemeindewohnung umgebaut, auch einen neuen Spielplatz für den Kindergarten angelegt und neue Buswartehäuschen aufgestellt. Momentan ist aber die Raumordnung das große Thema. Es geht darum, die günstigen Baugründe für die Einheimischen zu erhalten. Die letzten waren noch erschwinglich. Wir möchten schauen, dass die jungen Berger in ihrem Dorf bleiben. In der Zukunft müssen wir den Kindergarten umbauen und die Schule sanieren.

TT: Sie haben ja nur ein Mandat, sind Einzelkämpferin. Ist das sehr schwer?

Daxauer: Nein, wir halten zusammen. Aber bislang hatten wir, angesichts unseres kleinen Budgets, auch noch keine neuen, großen Projekte.

TT: Wie bekommt man als Mutter von drei Kindern, Landwirtin und Bürgermeisterin die Arbeit unter einen Hut?

Daxauer: Ich habe es mir schlimmer vorgestellt. Man tut halt zuhause etwas anders, man strukturiert um und erledigt die Arbeiten schneller. Aber es war für uns alle eine Umstellung.

TT: Ist die Arbeit der Bürgermeisterin zeitaufwändig?

Daxauer: Das ist ganz verschieden. Manchmal etwas mehr und manchmal etwas weniger. Aber im Schnitt an die 25 Stunden in der Woche kommen schon zusammen.

TT: In rund zwei Jahren gibt es wieder Kommunalwahlen, werden Sie wieder kandidieren?

Daxauer: Dazu möchte ich jetzt noch nichts sagen. Das wird sich zeigen.

Das Gespräch führte Wolfgang Otter


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