Vergnügen für Skizwerge geht ins Geld

Bis zu 131 Euro müssen Eltern für einen Kindergartenskikurs in Innsbruck berappen. Vielerorts zahlt die Gemeinde mit.

Der Durst nach Bier war schnell gestillt, der nach Rekorden nicht: Dennis Kimetto.Foto: Reuters

Von Alexandra Plank

Innsbruck –Der Innsbrucker Peter Ladstätter hat seine fünfjährige Tochter heuer nicht in den Kindergartenskikurs geschickt. „131 Euro sind mir einfach zu teuer. Auch andere Eltern klagen über den hohen Preis, wollen ihren Kindern aber das Gemeinschaftserlebnis ermöglichen“, so Ladstätter. Er betont, dass er es sehr lobenswert findet, dass Kindergärten trotz des großen organisatorischen Aufwandes solche Kurse anbieten. Er fragt sich aber, ob es notwendig ist, dass jeder Kindergarten selbst die Angebote einholt, oder ob es nicht zielführender und preislich günstiger wäre, das zentral zu organisieren. Ladstätter hat recherchiert und hat herausbekommen, dass bis zu 131 Euro für einen fünftägigen Kinderskikurs in Innsbruck gängig sind. Einen großen Anteil machen die Transferkosten aus. In Telfs übernimmt hingegen die Gemeinde die Buskosten bis auf einen Selbstbehalt von 5 Euro je Kind. In Strass im Zillertal trägt die Gemeinde die Buskosten zur Gänze. (Siehe nebenstehende Auflistung.)

SP-Stadtrat Ernst Pechlaner, in dessen Zuständigkeitsbereich die Kindergärten fallen, sieht den Ball bei der Wirtschaft. „Obwohl ich begeisterter Skifahrer bin, finde ich, dass Kindergartenkinder auch günstigere Angebote wie Eislaufen nützen können“, so Pechlaner. Die Wirtschaft müsse hingegen Interesse daran haben, zukünftige Kunden an die Skigebiete zu binden. In vielen Gemeinden würde der Skilift direkt vor der Haustür liegen, lange Busfahrten seien nicht notwendig. Die Innsbrucker Situation sei ganz spezifisch. Gemeinsam mit Vizebürgermeister Christoph Kaufmann will Pechlaner die Situation evaluieren und erneut mit der Wirtschaftskammer sprechen.

Die Fachgruppe Seilbahnen in der Wirtschaftskammer bietet mit dem Landesschulrat und weiteren Partnern finanziell attraktive Schulskitage an. Bis zur 10. Schulstufe können die Lifte gratis benutzt werden, dann kosten sie 5 Euro pro Tag. 67 Skigebiete würden sich an der Aktion beteiligen, erklärt Josef Ölhafen von der Wirtschaftskammer. Ein ähnliches Modell hält er für Kindergärten grundsätzlich für machbar. Allerdings weist er darauf hin, dass Kindergartenskikurse sehr lokal stattfinden und die Seilbahnen den Gemeinden ohnedies entgegenkommen.

Anders sei die Situation in Innsbruck. „Ich finde, dass die Stadt bei den Buskosten einen Beitrag leisten sollte, die Kindergärten brauchen auch organisatorische Unterstützung.“ Ölhafen führt aus, dass gerade viele Skigebiete um Innsbruck finanziell schlecht dastehen. „Die liegen schon auf den Knien und können die Kinder nicht gratis transportieren.“

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