Größer, als die Hand erlaubt: Vier Phablets im Test

Als „Mittelweg“ zwischen normalen Smartphones und den großen Tablets werden Phablets auf dem Markt positioniert. Die TT Online hat sich einige davon genauer augesehen.

Phablets (im Bild das HTC One Max) wollen als Zielgruppe verstärkt Frauen ansprechen.
© HTC

Von Lukas Schwitzer

Innsbruck – Ein Tablet zuhause zu haben, gehört für viele bereits zum guten Ton. Gemütlich auf der Couch im Internet surfen zu können, ohne sich den Schoß durch einen Laptop wärmen lassen zu müssen, wird immer beliebter. Störend wird dabei aber immer noch empfunden, dass sich meistens neben dem nützlichen Tablet auch noch ein Smartphone im privaten Sortiment befindet, das im Prinzip die gleichen oder sogar mehr Funktionen erfüllt. In genau diese Kerbe schlagen Phablets, Smartphones mit großem Display. Im TT-Test haben wir uns vier dieser Geräte genauer angesehen: Samsungs Galaxy Note 3, Sonys Xperia Z Ultra, HTCs One Max und Huaweis Ascend Mate.

Sonys Xperia Z Ultra ist eines der größten Phablets.
© sony

Größe

Das kleinste Display der Geräte weist das Note 3 mit einer Bildschirmdiagonale von 5,7 Zoll (14 Zentimeter) auf, das mit Abstand größte das Xperia Z Ultra mit 6,44 Zoll (16,4 Zentimeter). Dazwischen platzieren sich One Max (5,9/15) und Ascend Mate (6,1/15,5). Besonders handlich ist damit keines der Vier. Während Note, Max und Mate aber noch einigermaßen angenehm Platz in einer groß bemessenen Hosentasche finden, zeigt sich das Z Ultra besonders sperrig. Durch die kantige Aufmachung ist es auch besonders unbequem zu tragen. In einer Handtasche –wichtigste Zielgruppe für Phablets sind Frauen - macht das natürlich keinen Unterschied. Allerdings bringt das Z Ultra auch das von der Xperia Z-Serie bekannte wasserdichte Gehäuse mit.

Leistung

Die Leistung der vier Phablets ist vergleichbar, alle sind mit einem Vierkern-Prozessor ausgestattet. Mit 2,2 bzw. 2,3 GHz ist dieser beim Xperia Z Ultra und Note 3 allerdings kräftiger als beim One Max (1,7 GHz) und beim Ascend Mate (1,5 GHz). Das Note 3 bringt mit 3 GB zudem ein Gigabyte mehr Arbeitsspeicher mit als die Konkurrenten. In der alltäglichen Bedienung fallen diese Unterschiede aber kaum ins Gewicht. Erst bei rechenintensiveren Aktivitäten fällt die etwas flüssigere Performance der Sony- und Samsung-Geräte auf. Das Note gibt es in Ausführungen mit 32 oder 64 GB internem Speicher, beim One Max kann sich der Nutzer zwischen 16 und 32 GB entscheiden. Sony spendierte seinem Z Ultra nur eine 16 GB-Version, das Mate verfügt gar nur über acht GB. Allerdings können alle vier Geräte auch mit SD-Speicherkarten mit bis zu 64 GB ausgestattet werden.

Huaweis Ascend Mate erlaubt es, die grafische Oberfläche komplett zu verändern.
© Huawei

Bedienung

In der Bedienung sind sich die Geräte größtenteils sehr ähnlich. Alle arbeiten mit einem Android-Betriebssystem, wobei das Ascend Mate (für das in den nächsten Monaten ein Nachfolger erscheint) auf der ältesten Version basiert. Das One Max integriert zudem das HTC-eigene Sense-System, das für viele Nutzer gewöhnungsbedürftig sein dürfte. Das Ascend Mate bietet dafür die Option, das grafische Design komplett in mehreren Stilen umzuwandeln. Von Menüs bis hin zu App-Icons erscheint dadurch alles in einem neuen Licht. Im Gehäuse des Galaxy Note 3 eingebaut findet sich ein Stylus, der zur Bedienung verwendet werden kann. Wer gerne handgeschriebene Notizen erstellt, wird dies begrüßen. Auf dem Gerät einigermaßen leserlich schreiben zu können, braucht aber etwas Übung. Das Xperia Z Ultra erlaubt es sogar, es mit einem Bleistift oder einem metallischen Stift zu bedienen und Notizen zu erstellen.

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Design

Beim äußeren Design fallen vor allem das Note 3 und das Z Ultra auf. Samsungs Phablet besticht durch eine Fake-Leder-Oberfläche auf der Rückseite, die das Gerät auch rutschfester macht. Sonys Xperia Z Ultra hingegen setzt das edle Design der Z-Reihe fort und wirkt mit seinem geschlossenen Gehäuse besonders stabil. Allerdings zieht die gesamte Oberfläche Fingerabdrücke magisch an. Auch Huaweis Ascend Mate weist eine rutschfeste Oberfläche auf der Rückseite auf, diese wirkt aber weniger edel als jene des Note 3. Beim HTC One Max fällt vor allem der an der Rückseite angebrachte Fingerabdruck-Scanner auf, der zum Entsperren des Geräts verwendet werden kann. Leider muss der Finger dabei aber gerade von oben nach unten über den Scanner gezogen werden, was entweder eine unnatürliche Handhaltung oder das Umdrehen des Geräts erfordert. Einfacher oder schneller wird das Entsperren dadurch jedenfalls nicht.

Samsungs Galaxy Note 3 hat einen Stylus zur Bedienung integriert.
© Samsung

Preis

Das älteste Gerät ist erwartungsgemäß auch das billigste. Ein Huawei Ascend Mate ist bereits ab knapp 260 Euro verfügbar. Für das Sony Xperia Z Ultra, ebenfalls nicht mehr ganz brandneu, müssen ca. 390 Euro berappt werden. Das HTC One Max schlägt mit etwa 560 Euro zu Buche, das Samsung Galaxy Note 3 mit knappen 500. Die Entscheidung, welches Gerät denn nun angeschafft werden soll, ist vor allem eine Geschmacksfrage. Wer mit der Größe der Phablets leben kann, wird sich etwa auch von den enormen Maßen des Xperia Z Ultra nicht abschrecken lassen. Und das Interesse an den großen Geräten ist da: In einer vom Hersteller HTC in Auftrag gegebenen Umfrage des Instituts TNS Emnid sagten 70 Prozent der 1000 befragten weiblichen Smartphone-Nutzerinnen, sie würden ein Gerät mit großem Display bevorzugen. Den Kauf solcher großen Geräte scheinen auch nur die wenigsten zu bereuen. So gaben 90 Prozent zusätzlich an, dass sie bei einem Umstieg auf ein neues Gerät eines mit gleich großem oder größerem Bildschirm wählen würden. Kleine Smartphones sind für viele bereits Vergangenheit. Und die Phablets versuchen, den neuen Spitzenplatz einzunehmen.


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