Hochwasserschutz am Lech geht in die Endphase

Zwei Brückenbauprojekte werden im oberen Lechtal gestartet. Arbeiten an der Geschiebefalle Höfen sollen nächstes Jahr beendet werden.

Von Simone Tschol

Außerfern –Während für Straßenbaumaßnahmen im Bezirk Reutte heuer rund zehn Millionen Euro (Landesmittel) zur Verfügung stehen, muss der Chef des Wasserbauamtes, Wolfgang Klien, voraussichtlich mit zwei Millionen Euro (Mittel des Bundes) auskommen. „Wir leben derzeit von einem Budget-Provisorium. Da sich die Bildung der Bundesregierung in die Länge zog, wissen wir im Moment nicht genau, wie viel Geld uns letzten Endes tatsächlich zur Verfügung steht. Zwar soll, wie man hört, der Schutzwasserbau finanziell besser gestellt werden. Zwei Millionen sind sicher, ob und wenn ja, wie viel noch dazukommt, ist derzeit noch offen“, lässt Klien wissen.

Zwar seien in den letzten Jahren viele „großen Brocken“ abgearbeitet worden, dennoch stünden auch heuer noch einige Projekte an. An erster Stelle natürlich die Arbeiten an der Geschiebefalle in Höfen. Klien: „Hier ist der Baufortschritt besser als geplant. Ich rechne damit, dass wir 2015 fertig sind.“ Weitere umfassende Vorhaben stehen im oberen Lechtal an. Hier gilt es im Zuge der letzten Maßnahmen am Lech, die Brücke in Hinterellenbogen und auch die Kirchenbrücke in Steeg, deren Tragwerk stark in die Jahre gekommen ist, zu erneuern. „In Hägerau werden wir zudem noch Geschiebeleitbuhnen errichten, damit es nicht mehr so auflandet“, sagt Klien und fügt hinzu: „Am Lech sind die großen Sachen damit fast erledigt. Einzig der Hochwasserschutz in der Lüss hat sich verzögert. Damit werden wir erst 2015 beginnen.“

Natürlich gehören auch kleinere Erhaltungsmaßnahmen am Lech sowie das Ausräumen von Geschiebebecken oder das Entfernen von abflussbehinderndem Bewuchs zum heurigen Arbeitsprogramm.

Apropos Programm: Acht Jahre nach dem Life-Projekt wird es ein neues EU-Programm geben. Auch die Außerferner wollen daraus finanzielle Mittel lukrieren. „Wir werden schauen, ob wir bis Juni dieses Jahres etwas beantragen können. Immerhin wären 50 Prozent EU-Mittel zu bekommen“, meint der oberste Wasserbauer im Bezirk und fügt hinzu: „EU-Gelder zu bekommen, wäre natürlich von Vorteil. Die nationalen Mittel sind endlich.“

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Auch an den Wehranlagen in Höfen und am Kniepass wird sich einiges tun. Klien: „Die Elektrizitätswerke Reutte bauen die Anlagen um. Ein Fischaufstieg wird gebaut, die Restwasserabgabe und die Hochwasserabfuhr verbessert. Diese Vorhaben könnten bis 2016 fertig sein. Eingereicht sind die Projekte und umgebaut wird in jedem Fall.“ Um beim Durchfluss an Breite zu gewinnen und Verklausungen zu verhindern, soll laut Klien beim Wehr in Höfen von vier auf zwei Wehrfelder reduziert werden, jenes am Kniepass von zwei auf drei Felder erweitert werden, um im Hochwasserfall flexibler reagieren zu können. Klien: „Uns ist in den letzten Jahren viel gelungen. Wenn das Hochwasser von 2005 jetzt käme, würde wesentlich weniger passieren.“


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