Die Rechnung ging wieder nicht auf

Mit einer 2:5-Niederlage bei Titelverteidiger KAC, der das Play-off-Ticket auch verpasste, beendeten die Innsbrucker Haie die Saison in der Erste Bank Eishockeyliga. Jetzt muss an vielen Schrauben gedreht werden.

Von Alex Gruber

Innsbruck –Der Anfang in die Saison 2013/14 war ja ganz nett: Von den ersten fünf Heimspielen in der Tiroler Wasserkraft-Arena konnten die Haie gleich vier für sich entscheiden. Zwischen Teufelskerl Adam Munro im Kasten und den Donati-Zwillingen (Justin und Tyler) an vorderster Front schien die Mischung zu stimmen. Es ging mit Fortdauer der Wochen und Monate aber sukzessive bergab. Nur Munro hielt die Form. Als Plus blieben am Saisonende neben dem starken Goalie in Wirklichkeit nur das treue Heimpublikum, das zuletzt sogar noch beim 3:9-Debakel gegen Dornbirn klatschte, das Engagement des Präsidenten (Christian Kaltschmid) sowie die schwarze Null übrig: Zumindest die Bilanz sollte in wirtschaftlich schweren Zeiten standhalten. Dass die gegenüber zur Vorsaison weitaus teurere Truppe nur fünf Punkte im Grunddurchgang mehr holte und zum Schluss in der Zwischenrunde (wieder nur zwei Siege) um nichts besser war, ist eine andere Geschichte.

Womit man bei der langen Negativ-Liste angelangt wäre: Trotz des couragierten Auftritts bei Rekordmeister KAC, ersatzgeschwächt ohne Tyler Donati und Luke Salazar, schlug es in den insgesamt 54 Partien (davon 44 im Grunddurchgang) satte 233-mal im HCI-Kasten ein. Macht einen Schnitt von 4,3 Gegentreffern pro Partie. Die Legionäre in der Abwehr wie Shane Sims, Craig Switzer und Marek Malik waren aber nicht nur hinten oft überfordert, sondern auch als Heckenschützen wenig bis gar nicht vorhanden. Nicht nur wegen der erzielten Treffer taten sich Stefan Pittl (6) und Florian Stern (3) als beste Verteidiger in den eigenen Reihen hervor. Sims (1 Tor) und Switzer (0) agierten vorne wie in ihrem Primärgeschäft hinten irgendwo im Nirgendwo. Was die Wahl auswärtiger Arbeitskräfte betrifft, herrscht aber auch an vorderster Front Handlungsbedarf. So sehr die Donati-Twins in der ersten Saisonhälfte zu begeistern wussten, so sehr fielen sie in der Folge zurück. Letztlich blieb die Einschätzung „Arbeit schlägt auch ein noch so begnadetes Talent“ an den beiden Kanadiern hängen. Der Slowake Lukas Jurik war ein Fehlgriff, bei Salazar musste man vom Preis-Leistungs-Verhältnis zufrieden sein. Außer Jeff Ulmer und Munro bleibt voraussichtlich kein einziger Legionär an Bord.

Die wichtigste Personalie bleibt der neue Trainer. So belesen, sympathisch in der Begegnung und empathisch Danny Naud auch gewesen ist, bleibt nach dessen dreijähriger Tätigkeit das Ende auch völlig zurecht an ihm haften. Die ausgebliebene Vertragsverlängerung schien den Kanadier, der den HCI 2012 zum Nationalliga-Titel geführt hatte, doch mehr zu beleidigen als er zugeben mochte. Die Olympiapause fühlte sich nach außen hin wie ein einziger HCI-Urlaub an. Die vielen freiwilligen Eistrainings, um auf die Eigenverantwortung der Cracks zu bauen, gingen letztlich auch als Schuss nach hinten los. Das Kollektiv baute ab, andere Teams legten in der Qualifikationsrunde deutlich zu. Nur dem Coach und den Legionären den schwarzen Peter in die Schuhe zu schieben, wäre aber eine zu einfache Rechnung. Der Tiroler Weg weist Risse auf: Auch der Eigenbau, der schon einige Jahre vorspielen darf, ist auf einen Leistungsnachweis zu prüfen. Vielleicht sind Jüngere besser. Sonst bleibt in einer wirklich erstklassigen Liga in Innsbruck alles beim Alten. Das will hoffentlich keiner!


Kommentieren


Schlagworte