Proteste gegen Regierung in Venezuela gehen weiter

Tausende Menschen gingen in Caracas und der Provinz auf die Straße.

Caracas – Tausende Menschen haben am Sonntag erneut in Venezuela gegen Präsident Nicolas Maduro und seine Regierung demonstriert. In der Hauptstadt Caracas folgten knapp 20.000 Menschen einem Aufruf der Studenten und der Opposition und zogen in vier Protestmärschen zur zentralen Kundgebung im Stadtteil Chacaito, wie AFP-Journalisten berichteten.

Die Protestzüge sollten die Hauptvorwürfe der Demonstranten symbolisieren: Sie richteten sich demnach gegen die grassierende Kriminalität, die Untätigkeit der Polizei, die Wirtschaftskrise sowie die Zensur der Medien.

Kundgebungsteilnehmer riefen die linksgerichtete Regierung zu einem „ernsthaften Dialog“ auf, unter anderem auch, um die Gewalt bei den Kundgebungen zu beenden. Den von Maduro ins Leben gerufene „nationale Dialog“ lehnten sie aber als unseriös ab. Auch in mehreren Städten der Provinz gingen laut Medienberichten erneut tausende Menschen auf die Straße.

Die Proteste der zunächst überwiegend studentischen Gegner begannen Anfang Februar aus Wut über die hohen Lebenshaltungskosten, die verbreitete Korruption und die häufigen Versorgungsengpässe. Immer wieder kam es bei den Kundgebungen zu schweren Straßenschlachten, bei denen 18 Menschen getötet und mehr als 260 verletzt wurden. Den Demonstrationen haben sich inzwischen auch radikale konservative Oppositionsführer mit dem Ziel angeschlossen, Maduro und seine Regierung nach noch nicht einmal einem Jahr im Amt abzulösen.

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UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hatte sich jüngst besorgt über die Lage in Venezuela geäußert und Regierung und Opposition aufgerufen, die zunehmende Polarisierung auf dem Dialogweg zu lösen. Nach Angaben des venezolanischen UN-Botschafters Jorge Valero wird Ban am Dienstag mit Außenminister Elias Jaua in Genf zusammentreffen. (APA/AFP)


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