Baureferenten-Job erhitzt weiter die Kufsteiner Politik

Kritik von der VP am neuen Baureferenten Hohenauer. Bürgermeister Krumschnabel fordert nun VP-Bauausschussobmann zum Rücktritt auf.

Von Wolfgang Otter

Kufstein –Der Streit um die Abberufung von Herbert Santer als Baureferent – er ist Mandatar der Gemeinsamen Kufsteiner Liste (GKL)/FPÖ – macht sogar im Fasching keine Pause. Ganz im Gegenteil – für VP-Vizebürgermeister Richard Salzburger erinnert die neue Entwicklung sogar an einen Faschingsscherz, denn Bürgermeister Martin Krumschnabel hat Stefan Hohenauer (beide Parteifreie) in das Amt des Baureferenten gehoben. „Und der hat pikanterweise unlängst in einer Gemeinderatssitzung, in der es um die Erlassung eines Bebauungsplanes ging, sinngemäß selbst eingeräumt, nichts vom Bauen zu verstehen“, gewinnt Salzburger der Ernennung eine satirische Seite ab. „Zumindest hat der Bürgermeister nunmehr einen Referenten aus seinen Reihen“, wie der VP-Vizebürgermeister ätzt und fügt an: „Was für diesen mehr zu wiegen scheint als fachliche Kompetenz. Nachdem außer dem abberufenen Referenten kein anderer Gemeinderat über eine ausreichende Kompetenz für die Funktion verfügt, wäre es naheliegend gewesen, dass der Bürgermeister dessen Agenden selbst übernimmt. Eine Personalentscheidung rein aus parteipolitischem Kalkül hinterlässt aber jedenfalls einen schalen Nachgeschmack“, meint Salzburger.

Aber Bürgermeister Krumschnabel hebt gerade den Umstand hervor, dass Hohenauer, „der einer der engagiertesten Gemeinderäte unserer Stadt ist, völlig unabhängig agiert und dabei eine eigene Linie verfolgt“. Und auf die Kritik von Salzburger bezogen meint der Stadtchef: „Der neue Baureferent wird sich sicher in der Materie einarbeiten, da bin ich voll überzeugt.“

Auch der neue Baureferent Hohenauer, im Brotberuf Entwicklungsingenieur für Maschinen, verweist auf sein technisches Verständnis, die Unterstützung durch die Rathausmitarbeiter, und den Gebrauch des Hausverstandes bei Entscheidungen und einen Plan könne er besser lesen als Salzburger, meint Hohenauer, der zugleich auch Umweltreferent bleibt. Er habe auch nicht davon gesprochen, nichts vom Bauen zu verstehen, sondern davon, kein Fachmann zu sein.

Bürgermeister Krumschnabel nimmt nun sogar den VP-Vizebürgermeister Salzburger, im Brotberuf Rechtsanwalt, ins Visier. Da dieser sich häufig in Baufragen als befangen erkläre, soll er seine Position als Bauausschuss­obmann überdenken. Eine Forderung, die nicht nur er, Krumschnabel, stelle, sondern die öfters im Gemeinderat zu hören gewesen sei.

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Neues gibt es auch von den Kufsteiner Sozialdemokraten, die immer tiefer in die Krise rutschen. Bei den Wahlen geht ein Mandat nach dem anderen verloren, außerdem wechselte bei der jüngsten Gemeinderatssitzung Reinhard Amort als einer der beiden SPÖ-Mandatare die Farbe von Rot (SPÖ) zu Blau (GKL/FPÖ). Jetzt hat die SPÖ die Stadtpartei komplett umgebaut. Alexander Gfäller hat von seinem jetzigen Stellvertreter GR Robert Wehr das Obmannamt übernommen. Sabine Fleischhacker ist ebenfalls Stellvertreterin. Die SPÖ setze damit verstärkt auf die Jugend, wie Wehr erklärt.


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