So geht sich das heuer niemals aus

Fünf Punkte Rückstand auf den Vorletzten Admira – nach der 14. Saisonpleite des FC Wacker Innsbruck deutet wirklich alles auf Abstieg aus der tipp3-Bundesliga hin. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Innsbruck – Der Blick auf die Tabelle ist für Tirols Fußballfans ein schwer deprimierender – selbst den kühnsten Optimisten entgleisen die Gesichtzüge, denn die Weichen sind nach 25 Runden kerzengerade und felsenfest auf Abstieg gestellt. Nur drei Siege nach 25 Runden, das schlechteste Torverhältnis und bereits fünf Punkte Rückstand auf den Vorletzten Admira.

Ich glaube an diese Mannschaft und die sportliche Führung. Bei dem Aufwand, der im Training und Spiel betrieben wird, muss endlich was herausschauen.
Josef Gunsch, Wacker-Boss

„Wir haben noch elf Runden. Und so, wie sich die Mannschaft charakterlich präsentiert, werden wir das Glück erzwingen“, erklärt Trainer Michael Streiter trotzig. Und auch der Präsident hofft inständig, dass die Pleiten-, Pech- und Pannenserie endlich ein Ende nimmt. „Ich glaube an diese Mannschaft und die sportliche Führung. Bei dem Aufwand, der im Training und Spiel betrieben wird, muss endlich was herausschauen“, so Josef Gunsch, der allerdings zugibt: „Der Abstiegskampf bereitet mir deutlich mehr Kopfschmerzen als die anstehende Lizenzierung. Denn da sind wir im Plan.“

Der Auftritt in der Generali-Arena war symptomatisch für zu viele solcher Spiele in dieser Saison. Die Schwarzgrünen sind ein gern gesehener Gast, weil sie sogar eifrig mithelfen, das Selbstvertrauen des Gegners zu stärken. Also gab es am Verteilerkreis nach dem 2:1-Sieg wieder jede Menge Lob von den Violetten. „Die Innsbrucker haben uns alles abverlangt, der Tabellenplatz spiegelt nicht das Niveau dieser Mannschaft wider“, meinte Austria-Coach Herbert Gager artig. Genau das können alle beim FC Wacker und erst recht die Tiroler Fans schon nicht mehr hören. Denn so, wie es läuft, geht es in den Keller, das ist amtlich. Es sind nämlich immer die gleichen Faktoren, die unter dem Strich für nichts Zählbares, dafür jede Menge Frust sorgen.

Aussetzer: „Individuelle Patzer werden beinhart abgestraft. Daran müssen wir arbeiten“, sah Streiter daheim auf dem Sofa einmal mehr Gründe des Übels. Nach einer Ecke liefen die Tiroler in einen Konter. Dann kam mit dem Foul von Hamzic gleich der nächste Aussetzer. Die Krönung lieferte Miroslav Milosevic mit seinem Schnitzer zum Siegestreffer von Tomas Jun ab.

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Chancentod: Vergebene Top-Chancen ziehen sich ebenfalls wie ein roter Faden durch das bisherige Frühjahr. In der Generali-Arena vernebelte Christopher Wernitznig allein vor Austria-Goalie Heinz Lindner. Und Neuzugang Bright Edomwonyi zerreißt sich zwar tapfer, aber Knipser ist der Nigerianer bei Gott keiner.

Rotlauf: Zehn Platzverweise nach 25 Runden sind ein trauriger Rekord. Gegen die Austria erwischte es Armin Hamzic, der schon gelbverwarnt Thomas Salamon umgrätschte und völlig zu Recht Gelb-Rot sah. „Das reflektiert die gesamte Saison. Da müssen wir uns cleverer anstellen. Das ist sonst amateurhaft“, meinte Kapitän Lukas Hinterseer, dem das Spiel in Unterzahl schon irgendwie vertraut vorkommt: „Vielleicht laufen wir zu wenig im Training und verordnen uns im Spiel deshalb immer eine zusätzliche Kondi-Einheit.“

Rettungsanker: Endlich anschreiben und, wenn möglich, eine Serie starten, bevor die Konkurrenz endgültig außer Reichweite ist. Ob da am kommenden Sonntag Rekordmeister Rapid gerade recht kommt?


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