Eine Starthelferin für Mütter und Kinder

Auch nach 1500 Geburten ist für Hebamme Marlis Hauser jede Geburt etwas Besonderes. Der vielseitige Beruf bietet mehr als den Kreißsaal.

Von Julian Bathelt

Innsbruck –Ägyptische Tempelmalereien aus dem dritten Jahrtausend vor Christus zeugen davon, dass es sich bei dem Beruf, den Marlis Hauser seit 27 Jahren ausübt, um einen der ältesten Berufe der Welt handelt. Die gebürtige Vorarlbergerin ist Hebamme, was sich von Hebe-Amme ableitet und so viel wie „Großmutter, die das Neugeborene aufhebt“ bedeutet.

Die Wahltirolerin wusste schon relativ früh, dass sie einmal in einem Krankenhaus arbeiten möchte. In welchem Bereich, musste sie erst herausfinden, erinnert sie sich: „Während einer Hilfstätigkeit im Krankenhaus Feldkirch begann ich mich für die Tätigkeiten der Hebammen zu faszinieren. Für die Ausbildung bin ich dann extra nach Innsbruck gezogen.“

Vor 20 Jahren begann sie dann im Kreißsaal des Krankenhauses Hall zu arbeiten und eröffnete bald darauf auch eine eigene Hebammenpraxis in Innsbruck. „Hebammen können sowohl im Krankenhaus als auch freiberuflich tätig sein“, erklärt Hauser die Vielseitigkeit ihres Berufes.

Neben den Aufgaben im Kreißsaal sind Hebammen vor allem in der Beratung tätig und geben unter anderem Tipps zur Ernährung und Bewegung in der Schwangerschaft. Auch Zusatzqualifikationen wie Akupunktur oder Shiatsu können bei der Geburtsvorbereitung zum Einsatz kommen.

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Für werdende Mütter sei es besonders wichtig, sich rechtzeitig an eine Hebamme zu wenden. „Ein Meilenstein in der Geschichte der Hebammen ist, dass unsere Beratungstätigkeit endlich im Mutter-Kind-Pass verankert wurde und von der Krankenkasse abgerechnet wird. Jede Frau kann diesen Beratungsanspruch zwischen der 18. und 22. Schwangerschaftswoche in Anspruch nehmen“, freut sich Hauser.

Im Kreißsaal sei die Tätigkeit hingegen sehr verantwortungsvoll und verlange viel Konzentration ab. Dort gilt es zu erkennen, wenn etwas vom normalen Geburtsverlauf abweicht. „Als Hebamme betreue ich die Gebärende und leite sie bei der Geburt an. An oberster Stelle steht aber immer ein Facharzt“, betont Hauser.

Die Hebamme hat mittlerweile mehr als 1500 Geburten begleitet und kann auf viele schöne Momente im Kreißsaal zurückblicken. „Eine Geburt ist jedes Mal ein ergreifender Moment und die Faszination ist für mich noch nicht verloren gegangen“, schwärmt Hauser. Der Mythos, dass vor allem die Väter im Kreißsaal schwächeln, ist falsch: „So wie die Frauen, wachsen auch die Männer in den Geburtsprozess hinein“, sagt die zweifache Mutter.


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