Ein Fußball-Märchen in Bremen

Zwei Tiroler Kickerinnen machten sich auf, um die große weite Fußball-Welt zu erobern. Mittlerweile sind Katharina Schiechtl und Sandra Hausberger beim SV Werder Bremen gelandet.

Innsbruck –Es waren einmal zwei Mädchen, die eine blond, die andere braunhaarig. Schon im Kindergartenalter entdeckten sie ihre Leidenschaft für Fußball: Katharina Schiechtl mit dem Papa vor der Haustüre in Imsterberg, Sandra Hausberger mit den Brüdern in Alpbach am Platz. Beide hatten Talent, spielten in der Tiroler Auswahl, beim LAZ, beim FC Wacker und auch in den U17- und U19-Nationalteams.

Heute sind Schiechtl und Hausberger 21 bzw. 20 Jahre alt und spielen bei Werder Bremen in der zweiten deutschen Bundesliga – und das ist kein Märchen. „Das Ausland und vor allem Deutschland ist im Frauenfußball immer eine große Verlockung“, strahlten die beiden nach der Erfüllung ihres Traums im vergangenen Sommer.

Inzwischen sind die zwei Tiroler Frauenfußball-Exporte längst in der Stadt der vier tierischen Musikanten angekommen. Schiechtl trug sich schon mit zwei Treffern in die Torschützenliste ein, zuletzt am Wochenende beim 2:1-Sieg über Wolfsburg II. Hausberger steht nach ihrer Verletzung (Schlüsselbeinbruch) wieder in der Start-Elf. Derzeit liegen die Bremer Frauen im Mittelfeld der Tabelle, langfristig will frau allerdings in die höchste deutsche Spielklasse. „So schnell wie möglich“, sagt Hausberger zuversichtlich.

Nicht jeder, der in Bremen kickt, kann aber davon leben. Im Gegensatz zu Zlatko Junuzovic oder Sebastian Prödl studieren die Tirolerinnen. Schiechtl Betriebswirtschaft, Hausberger Geo-Wissenschaften – und sie wohnen zusammen. „In einer Ösi-WG, wie es unsere Mitspielerinnen so schön nennen“, lächelt Hausberger.

Die beiden fühlen sich im hohen Norden wohl – in einer besinnlichen Stadt, in der man sich auch als Mädchen aus einem kleinen Dorf gut zurechtfinde, sagen sie. Dank Skype fehlen ihnen nur die Berge und das gute Leitungswasser. Ihr persönliches Märchen scheint eben erst angefangen zu haben. (sab)


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