„Kinderbetreuung stellt uns vor finanzielle Probleme“

Gesundheit, soziale Wohlfahrt, Kinderbetreuung – diese Posten belasten das Hattinger Budget derart, dass ein 200.000-Euro-Loch in der Kassa klafft.

Von Denise Daum

Hatting –Bürgermeister Dietmar Schöpf rauft sich die Haare, wenn er den Haushaltsplan der Gemeinde Hatting für 2014 durchgeht. Allein beim Posten Kinderbetreuung und Schule verzeichnet man eine Abgangssteigerung von 48 Prozent (in Euro 300.000) – mit 740.000 Euro schlägt dieser Posten zu Buche. Immerhin knapp ein Drittel des Gesamtbudgets. Gesundheit und soziale Wohlfahrt belasten das Budget zusätzlich.

„Wir haben das klassische Problem einer Umlandgemeinde. Durch den starken Zuzug müssen wir die Infrastruktur ausbauen. Wir sind beispielsweise gesetzlich dazu verpflichtet, eine ganztägige und ganzjährige Kinderbetreuung anzubieten“, erklärt Schöpf. „Das stellt uns vor finanzielle Probleme.“ Gleichzeitig würden die Einnahmen nahezu stagnieren. Trotz der Unterstützung von Bund und Land „reißen uns diese drei Posten rein“, bringt es der Dorfchef auf den Punkt. Unterm Strich stehen im Haushaltsplan 2014 Einnahmen von knapp 2,4 Millionen Euro Ausgaben in Höhe von 2,6 Millionen Euro gegenüber.

Obwohl der vom Bürgermeister vorgelegte Haushaltsplan nicht ausgeglichen ist, erfolgte der Beschluss im Gemeinderat dazu einstimmig. „Jeder Gemeinderat hat sich das Budget genau angesehen. Wir haben es in einer Arbeitssitzung analysiert, zerpflückt und das Einsparpotenzial voll ausgereizt“, berichtet Schöpf. Schlussendlich sei den Gemeinderäten aller politischen Fraktionen klar gewesen, dass nichts mehr gehe.

Nur wenige Bauvorhaben nimmt die Gemeinde aufgrund der prekären finanziellen Lage heuer vor. „Dabei müsste man regelmäßig in das Kanal- und Straßennetz investieren. Das fällt uns irgendwann auf den Kopf“, weiß der Bürgermeister. Eines sollte in Hatting im Jahr 2014 nicht passieren: Unvorhergesehenes. „Wenn uns heuer der Kanal zusammenbricht oder wir wie vergangenes Jahr einen Hangrutsch haben, geht uns die Luft aus. Wir haben null finanziellen Spielraum.“

Schöpf stehe in intensiven Verhandlungen mit der Gemeindeabteilung, um die problematische Situation aufzuzeigen. Generell fordert er eine politische Diskussion darüber, wie kleinere Gemeinden die vorgegebenen Aufträge in Sachen Kinderbetreuung und Soziales finanziell schaffen sollen. Des Rätsels Lösung sieht er unter anderem in Gemeinde-Kooperationen. „Gerade bei der Kinderbetreuung bieten sich Zusammenarbeiten an. Wir machen das schon bei der Sommerbetreuung mit Polling und Flaurling, um Kosten zu sparen“, sagt Schöpf. Von Gemeindezusammenlegungen will er hingegen nichts wissen. „Das ist ein Thema, das viele in höchste Rage versetzt. Davon halte ich gar nichts“, betont der Bürgermeister. Den Einspareffekt von Gemeindezusammenlegungen stellt er überdies in Frage. „Den muss erst mal einer beweisen.“


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