Karzai: US-Krieg gegen Taliban nicht in afghanischem Interesse

„Afghanen sind in einem Krieg gestorben, der nicht der unsere war.“

Kabul – Der scheidende afghanische Präsident Hamid Karzai hat den Militäreinsatz der USA in seinem Land scharf kritisiert. Der Krieg werde nicht im Interesse Afghanistans geführt, sagte er in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der „Washington Post“. „Afghanen sind in einem Krieg gestorben, der nicht der unsere war.“

Er sei sich sicher, dass die Offensive nach den Anschlägen in New York vom 11. September 2001 aus Gründen gestartet worden sei, die „im Interesse der USA und des Westens“ lägen.

In etwa einem Monat stehen Wahlen in Afghanistan an. Karzai weigert sich, ein Abkommen mit den USA zu unterzeichnen, das die Stationierung von Truppen auch nach Jahresende sicherstellen soll, und nannte den Beginn von Friedensverhandlungen mit den Taliban sowie das Ende von Razzien in afghanischen Wohnhäusern als Bedingung. US-Präsident Barack Obama forderte als Reaktion das Verteidigungsministerium auf, einen vollständigen Abzug aller Truppen noch heuer vorzubereiten.

Derzeit sind etwa 52.000 NATO-Soldaten in Afghanistan im Einsatz, davon sind mehr als 33.600 US-Soldaten. Zwar haben die afghanischen Sicherheitskräfte Fortschritte in ihrer Ausbildung gemacht, es bleiben aber Zweifel, ob sie die Aufständischen gerade in abgelegenen Regionen im Schach halten können.

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