Versprechen sind zum Einlösen da

Weil die WM in Brasilien ohne Österreich stattfindet, hat der ÖFB auf die EM-Qualifikation 2016 vertröstet. Bis zum Quali-Auftakt gibt es nur drei Testspiele. Das erste davon morgen gegen das Weltklasseteam Uruguay.

Von Hubert Winklbauer

Klagenfurt –Es ist so weit. Die rotweißrote Nationalmannschaft erinnert sich wieder ihres Daseinsgrunds – und spielt. Schon morgen (20.30 Uhr) gegen Uruguay. Also gegen eine Mannschaft, die zu Recht das Etikett Weltklasse auf sich picken hat. Die morgige Partie ist nicht nur ob des prominenten Gegners mehr als „nur“ ein freundschaftlicher Probegalopp. Das ÖFB-Team kämpft um seine Glaubwürdigkeit. Nach dem Scheitern in der WM-Qualifikation im Oktober gegen Schweden haben Coach und Spieler ja eine bessere Zukunft versprochen. Und was man verspricht, muss man auch halten. Bei der gestrigen ersten Pressekonferenz des ÖFB-Teams im Jahr 2014 war Teamchef Marcel Koller von den Bremen-Legionären Sebastian Prödl und Zlatko Junuzovic begleitet worden. Der Bremer 1:0-Sieg im Nordderby gegen den HSV hat sich auf die Physiognomie der Spieler noch stärker ausgewirkt als auf die Bundesligatabelle. Wie schnell im Fußball ein verloren gegangenes Selbstbewusstsein doch wiederzufinden ist …

Prödl war Pluspunkt im Spiel der Bremer, Junuzovic als Schütze des Goldtreffers sogar Hauptakteur. Er gilt am Mittwoch als Fixstarter; ob Prödl von Beginn an dabei sein wird, ist gar nicht so klar: Salzburgs Martin Hinteregger hat beim letzten Länderspiel, dem 1:0 in Wien gegen die USA, in der Innenverteidigung ganz gut mit Dragovic harmoniert. Stammplatzgarantie gibt es ja ohnehin nur für eine Hand voll Spieler. Zu denen gehört die „steirische Eiche“ Prödl nicht. Nach dem Match gegen Uruguay gibt es nur noch die Testpartien gegen Island (30. Mai/Innsbruck) und Tschechien (3. Juni/auswärts). Am 8. September geht es in Wien schon um Qualifikationspunkte.

Gut möglich dass Keeper Almer, der im 18-Mann-Kader bei Cottbus nicht mehr aufscheint, die Nr. 1 im Tor bleibt. Marcel Koller: „Der Robert hat im Team nie enttäuscht. Ich glaube, da wird ihm beim Klub übel mitgespielt. Ich sehe keinen Grund, ihm das Vertrauen zu entziehen.“

Sein Vertrauen in die Steigerungsfähigkeit seiner Truppe bedarf morgen einer Auffrischung. Koller: „Wollen wir gegen Uruguay bestehen, muss kollektiv perfekte Defensivarbeit geleistet werden. Mit Pressing. Oder auch ohne. Je nach Situation.“ Denn eines sei klar: „Offensiv gibt es nicht viele Teams auf dieser Welt, die besser sind.“

Gestern gab’s noch individuelles Training mit viel Regeneration, heute geht’s schon um den Feinschliff.


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