Koler-Liste ist auf der Suche nach Finanziers für 30 Betten

Lange Wartelisten: Die Mehrheitsliste im Reuttener Gemeinderat sieht die dringende Notwendigkeit, das Seniorenheim erneut zu erweitern.

Von Helmut Mittermayr

Reutte –Vizebürgermeister Dietmar Koler, Vizebürgermeisterin Elisabeth Schuster und Gemeinderätin Liesi Pfurtscheller formulieren gemeinsam ein Anliegen, das ihrer Meinung nach breit öffentlich diskutiert und schnellstens angegangen werden sollte. Im Seniorenheim „Zum Guten Hirten“ – vor wenigen Jahren erst teuer ausgebaut – müssten weitere 30 Betten geschaffen werden, wenn der demografischen Prognose Glauben geschenkt wird. Für die Mehrheitsliste Koler im Reuttener Gemeinderat liegt es daher auf der Hand, dass umgehend gehandelt werden muss.

Die Prognose des Strukturplans Pflege, der allen Gemeinden vorliegt, sei eindeutig. Die Zahl der 75-Jährigen wächst von 2010 bis 2022 um 43 Prozent. „In Reutte leben 800 Menschen, die älter als 70 Jahre sind. In wenigen Jahren werden es 1100 sein“, weiß Nationalrätin Liesi Pfurtscheller. Reutte als Bezirkshauptort sei zudem attraktiv für ältere Menschen, weil es hier viele behindertengerechte Wohnungen gebe.

VBM Elisabeth Schuster: „Es besteht Handlungsbedarf. Schon jetzt stehen dauernd 15 bis 18 Leute auf der Warteliste. Das ist für sie und die Angehörigen eine große Belastung.“ Schuster macht klar, dass die Marktgemeinde Reutte das Geld nicht habe, um schon wieder in Vorleistung zu treten – also das Heim erneut auszubauen. Reuttes Altenheim war in den Jahren 2007 bis 2011 um 4,2 Millionen Euro massiv erweitert worden. VBM Koler liebäugelt mit einer Variante, bei der ein Bauträger den Zubau errichten und die Gemeinde danach als Mieter auftreten würde. Für die Gemeinderats­liste würde es auch Sinn machen, das Heim mit eigenem Rechnungskreis aus der Gemeindekameralistik herauszunehmen oder gleich eine eigene Pflege-GmbH zu gründen.

Zurzeit wohnen 63 Betagte im Reuttener „Haus zum Guten Hirten“. Das Ehenbichler Pflegeheim „Haus Ehrenberg“ bietet 76 Plätze plus fünf Kurzzeitpflegebetten. 200 Außerferner werden derzeit zu Hause durch Verwandte und mobile Pflegedienste betreut. Der Liste Koler ist klar, dass auch ein Ausbau des Bezirkspflegeheims denkmöglich wäre, sie plädiert aber klar für 30 zusätzliche Betten am Standort Seniorenheim Reutte. Die Lage sei ideal, mobile Bewohner seien schnell im Untermarkt.

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Die Bürgermeister der Außerferner Gemeinden sind laut Koler, Schuster und Pfurtscheller gefordert, sich am Denkprozess zu beteiligen. Das Problem gehe alle an, nicht nur Reuttener.


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