Weibermühle droht das Aus

Nach den Übergriffen beim Fasching ist die Zukunft des Umzugswagens ungewiss.

Von Katharina Zierl

Navis –Nachdem beim Faschingsumzug in Navis Mitte Februar Frauen sexuell belästigt worden sein sollen, überlegen die Verantwortlichen, die betroffene Weibermühle aus Natters aus dem Verkehr zu ziehen.

Im Inneren des Umzugswagens soll es zu Übergriffen auf Mädchen und junge Frauen gekommen sein. Die weiblichen Personen im Alter zwischen 15 und 27 Jahren seien durch die alkoholisierten Männer aus dem Publikum auf den Wagen geholt worden, hieß es im Polizeibericht. Dort sollen die Männer dann zu weit gegangen sein. Die Frauen mussten sich offenbar bis auf die Unterwäsche ausziehen und seien unsittlich berührt worden – die TT berichtete. Ob es die Natterer Weibermühle im nächsten Jahr noch geben wird, ist derzeit unklar. „Wir werden die Ergebnisse der Ermittlungen der Polizei abwarten, uns dann besprechen und entscheiden, ob es den Umzugswagen noch geben soll“, erklärt Martin Mayr, Chef der Weibermühle. Egal, wie die Sache rechtlich auch ausgehe, „der Ruf des Wagens ist natürlich ruiniert und es ist fraglich, ob es sinnvoll ist, in dieser Form weiterzumachen“, sagt Mayr. Es sei jedenfalls schade, dass aufgrund einzelner Personen alle Beteiligten in kurzer Zeit ein negatives Image bekommen hätten. Inzwischen hätten acht Frauen die sexuellen Übergriffe bei der Polizei angezeigt.

Christoph Kirchmair, stellvertretender Bezirkskommandant von Innsbruck-Land, erklärt, die Ermittlungen würden laufen. „Aufgrund des Zeugenaufrufs haben sich inzwischen sechs bis acht Leute gemeldet, die wir jetzt befragen werden. Dabei handelt es sich zum Teil um Opfer, zum Teil um Zeugen“, erklärt Kirchmair. Außerdem habe man vom Betreiber der Veranstaltung eine Liste bekommen, auf der die Namen aller Maskierten, die sich auf der Weibermühle befunden hätten, vorliegen.


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