Eine Schubkarre zum Schmökern

Wie das Arbeiten in der eigenen Wohnung durch richtige Möbel zum ästhetischen Vergnügen werden kann, führt die Wiener Messe „Wohnen & Interieur“ vor, die heute eröffnet wird.

© messe wien

Von Edith Schlocker

Wien –Der Tatsache, dass immer mehr Menschen von zuhause aus arbeiten, trägt die heurige Wiener Messe „Wohnen & Interieur“ Rechnung, indem sie ihre Sonderausstellung dem „Home Office“ widmet. Bestückt mit teilweise überaus originellen Designlösungen, die das Arbeiten im heimatlichen Ambiente – auch – zum ästhetischen Vergnügen macht.

Etwa der raffinierte Zwitter „Bookinist“ von Nils Holger Moormann, der sowohl ein Lehnstuhl als auch ein Bücherregal ist und außerdem zwei in den Armlehnen versteckte Fächer für Schreibutensilien besitzt. Eine integrierte Lampe sorgt für das entsprechende Licht, ein Rad mit dicken Gummireifen macht das Möbel zur Schubkarre, um es mit minimalem Kraftaufwand an den jeweiligen Lieblingsort rollen zu können.

Schwieriger wird das mit den massiven Tischen von Michael Kienzer sein, die sowohl Skulpturen als auch funktionale Möbelstücke sind. Nur vier Stück wird es von diesem Kunstwerk zum Gebrauchen geben, je sieben in Rot bzw. Blau von dem formal schlichten, u-förmigen Tisch samt Hocker, den der Tiroler Medienkünstler Peter Kogler entworfen hat. Gefräst aus dünnen Kompaktplatten und überzogen mit einer netzartigen Struktur. Als kurvig eleganten, auf einem unsichtbaren Sockel schwebenden Swinger hat dagegen die Architektin Nina Zureck ihren „tableWAL&“ konzipiert.

Immer gut für ebenso originelle wie funktionale Möbelstücke ist der Wiener Designer Thomas Feichtner. Bei der Wiener Messe stellt er seine Kollektion „Fino“ vor, die zwar aus Massivholz getischlert ist, durch ihre fast spielerisch anmutende Kombination mit anderen Materialien trotzdem wunderbar leicht daherkommt. Raffiniert ist auch der Materialmix beim „bullfrog Stuhl C23“ aus der Cottage Collection von Möbelwerk: Seine Sitzflächen sind mit dickem, braunem Büffelleder bezogen, das Gerüst ist rechtwinkelig aus purem geflammtem Stahl geschmiedet. Aber auch Stehpulte scheinen wieder in Mode zu kommen. Einen zu Max Bills legendärem „Ulmer Hocker“ von 1954 passenden hat das Wiener Designerduo breadedescalope jedenfalls kreiert.

Wohnen & Interieur 2014. Messeplatz 1, Wien; 8. bis 15. März, Mo–SA 10–18 Uhr, So 10–17 Uhr


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