Schwieriges Miteinander der Helfer

Während die kostenlose „Tafel“ des Roten Kreuzes gut läuft, musste der Sozialmarkt Imst ein Minus mit Rücklagen abdecken.

Von Alexander Paschinger

Imst –Im Jahr 2013 musste der Sozialmarkt Imst (SOMI)­ einen Umsatzverlust von fast 3000 Euro verschmerzen, erklärt der Obmann des SOMI-Trägervereins, Diakon Andreas Sturm. Seine Stellvertreterin, Stadträtin Gitti Flür, ergänzt: „Wir haben eine kleine Rücklage – aber auf Dauer wird das so nicht gehen. Immerhin hängen am SOMI zwei Arbeitsplätze – „und seitens der Caritas, der AK und der Gemeinde hat es schon bei der Gründung geheißen, dass sich der Markt letztlich selber erhalten muss“, so Flür. Die Umsatzprobleme hätten vor allem in den ersten vier Monaten geherrscht, als direkt gegenüber in der Pfarrgasse die „Tafel“ des Roten Kreuzes öffnete. „Die Tafel wird sehr gut angenommen, der SOMI nur gut“, so Sturm.

Thomas Köll, der Geschäftsführer der Bezirksstelle des Roten Kreuzes, bestätigt das gute Anlaufen der „Tafel“ seit Juni: „Im Schnitt verteilen wir kostenlos an den Samstagnachmittagen 200 bis 300 Kilo Lebensmittel an 60 bis 80 Klienten.“ Er sieht schon allein wegen der verschiedenen Öffnungszeiten keine Reibungspunkte.

Was aber die Vertreter beider Hilfsgruppen eingestehen: Die im Vorjahr angestrebte Kooperation „ist nicht gelungen“ (Sturm) und „das Miteinander ist ausbaufähig“ (Köll). Da wäre zum einen das Angebot der „Tafel“ gewesen, übrig gebliebene Lebensmittel dem SOMI zu überlassen. „Schwierig“, sagt Flür. Erstens seien die Waren dann am Montag zum Teil zu entsorgen und zweitens sei es auch für den SOMI schwierig, am späten Samstagnachmittag Freiwillige zum Transportieren zu gewinnen. Und der vom Roten Kreuz vorgeschlagene kostenlose Transport von Pitztaler Klienten zum SOMI „sei auch schwer umzusetzen“, so die Stadträtin.

Inzwischen arbeitet das Rote Kreuz an einer Erweiterung des Angebotes in Richtung Textilien. „Aber sicher nicht in Imst“, so Köll. Denn sonst würde man sich mit dem Verein Issba, der im gleichen Segment arbeitet, konkurrieren. Im Gespräch sei man derzeit mit den Gemeinden Silz und Haiming, verrät Köll.


Kommentieren


Schlagworte