Unterschriftenaktion gegen Skigebietszusammenschluss

Pettneuer sammeln Unterschriften gegen den Skigebietszusammenschluss Kappl-St. Anton. Die Bürgermeister befürworten das Projekt.

Von Matthias Reichle

Pettneu –380 Kilo bringen die Schriftstücke, die die Arlberger Bergbahnen beim Land eingereicht haben, auf die Waage. Inhalt der umfangreichen Unterlagen ist der Skigebietszusammenschluss von St. Anton mit Kappl über das Malfontal. Das Projekt wiegt aber nicht nur schwer, sondern liegt auch so man- chem schwer auf der Seele.

In Pettneu sammelt derzeit eine Gruppe Unterschriften im M-Preis, um als Bürgerinitiative bei der Umweltverträglichkeitsprüfung gegen das Vorhaben auftreten zu können. Bis zum 17. März hat sie Zeit, 200 Unterstützungserklärungen aus der Region zusammenzubekommen. „Wir wollen ein Zeichen setzen. Es steht nicht komplett Pettneu hinter dem Projekt“, betont die Pettneuerin Stefanie Seifert, die zu den Initiatoren gehört. „Wir sind nicht gegen das Skigebiet, sondern für die intakte Natur im Malfon“, erklärt sie die Motivation der Initiative. Sie fürchten, dass durch den Bau der Seilbahnen und zusätzlichen Pisten dem fast unberührten Tal dauerhafte Narben zugefügt werden.

Insgesamt sind zwei neue Bahnen geplant. Die erste führt hinauf auf die Rossfallscharte, die zweite quert mit einer Mittelstation das Malfon und bringt die Skifahrer hinüber zum Kappler Ablittkopf. Die Kosten betragen 45 Mio. Euro. Eine negative Stellungnahme will auch Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer in wenigen Tagen abgeben. „Aus unserer Sicht erscheint das Projekt so nicht genehmigungsfähig.“ Man bleibe bei der ersten Einschätzung. „Das Malfontal ist ein wichtiger Rückzugsbereich für Tiere.“ Die geplanten Seilbahnen seien eine Barriere, die die Wandermöglichkeiten einschränken würden.

Ganz anders, nämlich „äußerst positiv“, bewertet hingegen der St. Antoner Bürgermeister Helmut Mall den Zusammenschluss: „Das ist gut für uns! Wir haben de facto keine Möglichkeit in St. Anton, das Skigebiet auszuweiten. Wenn auch der Zusammenschluss mit Zürs gelingt, sitzen wir in der Mitte eines riesigen Skigebiets.“

„Meine persönliche Meinung ist, dass das Projekt sehr wichtig ist“, betont auch sein Pettneuer Kollege, Manfred Matt. Er spüre derzeit keine große Gegnerschaft in seiner Gemeinde. „Ich glaube nicht, dass die Mehrheit der Bevölkerung dagegen ist.“

Ob mit großen Widerständen zu rechnen ist, das vermag aber auch der Geschäftsführer der Kappler Bergbahnen, Andreas Kleinheinz, nicht zu sagen: „Ich hoffe nicht, alles andere ist reine Spekulation.“ Es sei ein wichtiges Projekt, „für Kappl, für die Seilbahnen, für die gesamte Region“.


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