Wenn beim Amtsbesuch Besitzstörungsklage droht

Der Schwazer Verkehrsreferent Michael Kirchmair kritisiert die Parkplatzsituation bei Polizei und Finanzamt. Der Bauherr beruhigt.

Von Angela Dähling

Schwaz – Die Parkplatzsuche im Bereich des Finanzamts bzw. der Polizeiinspektion in Schwaz treibt seltsame Blüten. „Mir hat jemand geraten, beim gegenüberliegenden Supermarkt zu parken und mir da zumindest einen Kaugummi zu kaufen, damit ich vom dortigen Parkplatzkontrolleur nicht gestraft werde“, erzählt die Mitarbeiterin eines Schwazer Unternehmens. Beim besagten Supermarkt zieren zahlreiche Tafeln den Kundenparkplatz, die darauf hinweisen, dass das Parken ihren Kunden während des Einkaufs vorbehalten ist – sonst droht Besitzstörungsklage.

Autoabstellflächen rund um das Gebäude, das Finanzamt, Polizei, Büroflächen und Wohnungen beherbergt, sind indes vergleichsweise rar. Nicht zuletzt deshalb, weil das künftige Seminarzentrum des Roten Kreuzes dort noch immer eine Baustelle ist.

Der Schwazer Verkehrsreferent VBM Michael Kirchmair ist alles andere als glücklich mit der Situation. „Die Baudichte beim Polizei/Finanzamtgebäude war mir immer schon zu hoch, aber ich ließ mich breitschlagen wegen der Wichtigkeit der Einrichtung“, erklärt Kirchmair, warum er sich einst hinreißen ließ, im Gemeinderat dafür zu stimmen. Nachsatz: „Ich bin auch heute noch nicht glücklich damit.“ 75 Stellplätze seien vorgeschrieben. 50 gebe es, wovon 39 Tiefgaragenplätze seien. Rund 30 weitere wurden von der RCS-Privatstiftung des Roten Kreuzes als Eigentümer der Liegenschaft angemietet.

Das reiche für den internen Ablauf, aber nicht für zusätzliche Besucher, meint Kirchmair. Was ihn ärgert: „Das Bundesfinanzamt hat für seinen Parteienverkehr keine Besucherparkplätze vorgesehen.“ Zuletzt hat die Stadtgemeinde entlang der Wlasak-Straße einige zusätzliche Stellflächen geschaffen.

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Kirchmair bemängelt die fehlende rechtliche Sicherheit bei den angemieteten Parkplätzen, zumal der Pachtvertrag im November ausläuft. RCS-Vorstand Paul Hecher beruhigt: „Ich gehe davon aus, dass es hier eine langfristige Lösung geben wird.“ Zudem würden nach Fertigstellung des Seminarzentrums für das Rote Kreuz bei der Tankstelle weitere zehn Parkplätze zwischen den Gebäuden und sechs an der Bundesstraße hinzukommen. „Dann haben wir insgesamt 90 Parkplätze“, meint Hecher. Dass sich der Bau des Seminarzentrums in die Länge zieht, findet Hecher nicht. „Für ein paar Monate ruhte der Bau, jetzt starten wir mit der Fassade“, sagt er. Die Tankstelle habe als Pächter einige Adaptionen benötigt, da der einstige Keller mit der Tanktechnik nun einer Tiefgarage gewichen sei.


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