Auf den Pisten juchhe, im Tal oje

Der extrem warme Winter hat im Zwischentoren Spuren hinterlassen. Das Vorjahresergebnis wird nicht erreicht werden. Allein im Jänner musste Ehrwald ein Minus von 10 Prozent bei Nächtigungen hinnehmen.

Von Helmut Mittermayr

Ehrwald, Heiterwang –Überall, wo Gäste auf die Farbe Weiß trafen, waren alle bester Stimmung. In den Tallagen konnten winterliche Gefühle hingegen nur schwer herbeigeredet werden. Die aktuelle Saison im Zwischentoren verläuft durchwachsen. Die Gästezahlen haben sich den Temperaturen angepasst und sind teils wie die Schneedecke dahingeschmolzen. Ein Minus wird in der Endabrechnung wohl unumgänglich sein. Die Tourismusverantwortlichen der Zugspitz Arena sind trotzdem guter Dinge, dass die Umsatzeinbrüche erträglich bleiben werden und im Dezember in der Region sogar ein schönes Plus erwirtschaftet werden konnte.

Dazu Zugspitz-Arena-Pressesprecherin Birgit Linder – sie war am Mittwoch gerade am Weg zur ITP Berlin, der führenden Tourismusfachmesse Europas: „Der Dezember ist bei uns sehr gut verlaufen. Ein Nächtigungsplus von 7,64 Prozent gegenüber dem Vorjahr konnte erzielt werden. Der Jänner war dann alles andere als berauschend. Vor allem die kurzfristigen Gäste, die sich spontan für zwei, drei Nächte entscheiden, sind ausgeblieben.“ Webcams dürften die Schneelosigkeit unerbittlich in den Tablets potenzieller Gäste widergespiegelt haben. Ein Minus von 7,78 Prozent musste daher im Verband hingenommen werden.

Einzelne Orte wurden sogar noch härter „bestraft“: Ehrwald hatte minus 10,2 Prozent zu verkraften. Heiterwang, wo erstmals über längere Zeit gar keine Langlaufspur zur Verfügung stand, fuhr ein Minus von 12 Prozent ein. Den Negativspitzenreiter Berwang/Namlos traf es im Jänner sogar mit einem Rückgang von 16,38 Prozent. Positiver Ausreißer ist Biberwier: 20 Prozent plus und 18 Prozent plus betrugen die Zuwächse im Dezember und Jänner. Bichl­bach konnte im Jänner fast die Vorjahresnächtigungen halten; das Lermooser Jänner-Minus beträgt 6,3 Prozent.

Die Februar-Nächtigungszahlen für die Arena liegen erst ab Freitag vor, weiß TVB-„Zahlenmeisterin“ Tamara Kerber. Aber eines sei schon klar. Es werde auch für den vergangen Monat ein Minus herauskommen.

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Trotz oder gerade wegen der Wettermisere gibt es laut Birgit Linder auch durchaus erfreuliche Aspekte: „Die gute Infrastruktur konnte Gäste anziehen und halten, gerade Hotels mit Wellnessbereichen blieben Magneten. Die präparierten Skipisten präsentierten sich in einem Topzustand und ließen keinerlei Winter-Feeling vermissen.“ Sogar die große Golf-Loipe im Moos konnte durchgehend angeboten werden. „Das weiße Band braucht gerade noch zwei Wochen halten, dann hat sich der Aufwand mehr als ausgezahlt“, erklärt Linder.

Die Heiterwanger Hotelierin Marina Bunte vom Fischer am See: „Die Zeit von Anfang Jänner bis Mitte Februar war nicht einfach, wir haben sie aber für andere Hausaufgaben voll genutzt.“ Jene Gäste, die trotzdem gekommen seien, hätten die Seele am See baumeln lassen können. „Wir müssen uns künftig einfach noch wetter­unabhängiger aufstellen. Am See kann man im Winter auch ohne Schnee herrlich Urlaub machen“, weiß Bunte von ihren Gästen.


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