Tirol Werbung lässt Direktzug auferstehen

Im Internetauftritt der Tirol Werbung wird der abgeschaffte Zug zur Anreise empfohlen. Dafür fehlt der Railjet nach Wien.

Von Catharina Oblasser

Lienz –Monatelange Diskussionen quer durch alle Medien, erbitterte Polit-Fehden und sogar eine Petition an den Nationalrat gingen der Einstellung des Direktzuges Lienz–Innsbruck voraus. Mitte Dezember 2013 wurde der Zug schließlich abgeschafft.

An der Tirol Werbung ist der gesamte Rummel offenbar spurlos vorübergegangen. Denn auf ihrer Internetseite bietet sie unter „Tirol auf Schiene“ Reisezeitkarten für 16 Tiroler Orte an, darunter auch für Lienz. Doch wer einen Blick darauf wirft, fühlt sich in die Vergangenheit zurückversetzt: Die Grafik (siehe Bild) zeigt eine direkte Zugverbindung zwischen Lienz und Innsbruck. Zur Erläuterung steht dabei: „Innsbruck–Lienz, 2 x täglich (REX).“

Fabienne Kröll von der Tirol Werbung erklärt das so: „Die Karte wurde im Frühjahr 2013 produziert, da war diese Verbindung noch aufrecht.“ Das dürfte auch der Grund sein, dass der Zug Wien–Lienz als „InterCity“ bezeichnet wird, obwohl seit Dezember 2013 ein Railjet auf dieser Strecke verkehrt. Natürlich werde die Tirol Werbung die Karte schnellstmöglich aktualisieren, fügt Kröll hinzu.

Apropos Railjet Wien–Lienz: Der wird, ebenfalls in einer Publikation der Tirol Werbung, ignoriert. In der Zeitschrift Saison, Ausgabe 6/2013, die auch über Internet abrufbar ist, scheinen nur Nordtiroler Verbindungen auf. Der dazugehörige Artikel bewirbt sanfte Mobilität, angeschlossen ist eine Tabelle unter dem Titel „Die neuen Railjet-Verbindungen nach Tirol seit 15. 12. 2013“. Seit ebendiesem Datum gibt es auch den Railjet nach Lienz – der aber nicht vorkommt. Kröll begründet das so: „In diesem Artikel ging es darum, die Zugverbindungen mit markantem Neuigkeitswert anzuführen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.“

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Oskar Januschke, Leiter des Stadtmarketings, kann angesichts dieser Fehlinformation nur den Kopf schütteln: „Osttirol ist ja ohnehin schon eine periphere Region. Da muss wenigstens die Kommunikation passen.“


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