Israels Armee stoppte Schiff mit iranischen Raketen

An der syrischen Grenze sei zugleich ein Bombenanschlag von Hisbollah-Kämpfern verhindert worden. Israel hat den Iran und Syrien immer wieder beschuldigt, die libanesische Hisbollah und islamistische Palästinensergruppen aufzurüsten.

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Tel Aviv, Gaza - Gleich zweifach hat die israelische Regierung am Mittwoch ihre Warnungen bestätigt gesehen, dass der Iran und mit ihm verbündete radikalislamische Gruppen die Sicherheit Israels bedrohen. Im Roten Meer brachte die israelische Kriegsmarine ein Frachtschiff auf, dass nach Armee-Angaben hochmoderne Raketen aus dem Iran an Islamisten im Gazastreifen liefern wollte.

An der syrischen Grenze sei zugleich ein Bombenanschlag von Hisbollah-Kämpfern verhindert worden. Israel hat den Iran und Syrien immer wieder beschuldigt, die libanesische Hisbollah und islamistische Palästinensergruppen aufzurüsten.

Raketen bei „Komplexer Geheimoperation“ gefunden

Die iranischen Waffenlieferungen seien für die im Gazastreifen herrschende Hamas und andere Terrororganisationen bestimmt gewesen, sagte der israelische Verteidigungsminister Moshe Yaalon vor Journalisten in Tel Aviv. „Damit sollten sie dazu verführt werden, wieder engere Beziehungen mit dem Iran zu knüpfen“, sagte Yaalon.

Armeesprecher Peter Lerner berichtete der Presse in einer dringend einberufenen Telefonkonferenz: „Im Rahmen einer komplexen Geheimoperation hat die israelische Marine in den frühen Morgenstunden in den internationalen Gewässern zwischen Sudan und Eritrea ein Frachtschiff gestoppt.“ Auf dem unter der Flagge Panamas fahrenden Schiff seien „dutzende Boden-Boden-Raketen vom Typ M302“ entdeckt worden.

Die Waffen seien in Syrien produziert und über den Iran in Richtung Sudan verschifft worden, berichtete Lerner. Von dort sollten sie weiter in den Gazastreifen gehen. Die Besatzung des Frachters sei über die mit einer Zementlieferung zugedeckte Ladung offenbar nicht im Bilde gewesen. „Wir wissen ganz sicher, dass die Iraner hinter dem Transport stehen. Wir beobachten dies ja schon seit Monaten“, sagte der Armeesprecher. Als Beleg verbreitete er auch Fotos und Videos der Operation.

Iran weist Vorwürfe zurück

Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu, der sich am Mittwoch in den USA aufhielt, kommentierte per Videobotschaft, das „doppelte Spiel“ Teherans sei erneut bewiesen. Während die iranische Führung mit „den Weltmächten verhandelt und diese anlächelt, bewaffnet sie weiter terroristische Gruppen und begeht in der ganzen Welt Terrorakte“.

Von iranischer Seite wurden die israelischen Vorwürfe zurückgewiesen. Diese seien „vollkommen unbegründet“, zitierte der staatliche iranische Sender Al-Alam einen Militärvertreter aus Teheran.

Der Gazastreifen wird seit 2007 von der radikalislamischen Palästinenserbewegung Hamas beherrscht. Auch andere islamistische Gruppen haben dort ihre Basis. Der Süden Israels wird vom Gazastreifen aus immer wieder mit Raketen beschossen.

Israelische Soldaten verhinderten angeblich Attentat

Ebenfalls am Mittwoch verhinderten israelische Soldaten nach Armeeangaben an der Grenze zu Syrien einen Anschlag. Zwei oder drei Männer hätten versucht, nahe der Grenze auf den nördlichen Golanhöhen einen Sprengsatz anzubringen. Das Militär habe daraufhin auf die „Terroristen“ geschossen und zwei Männer verwundet. Die Armee gab an, dass es sich sehr wahrscheinlich um Kämpfer der libanesischen Hisbollah-Miliz gehandelt habe.

Die syrische Regierungsarmee beschuldigte ihrerseits die israelischen Streitkräfte, diese hätten die Ortschaft Al-Hamidiye mit vier Raketen, Panzergranaten und Maschinengewehren beschossen. Einen Zusammenhang mit dem von Israel berichteten Vorfall stellte die syrische Seite nicht her.

Die eng mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz hatte in der vergangenen Woche damit gedroht, sich für israelische Luftangriffe auf eine ihrer Stellungen im Libanon zu rächen. Das israelische Militär hatte diese Bombardements weder bestätigt noch dementiert. Im Mai 2013 hatte die israelische Luftwaffe zwei Ziele in Syrien bombardiert, im November soll sie auch einen Luftwaffenstützpunkt angegriffen haben. (APA/AFP/dpa)


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