Nebel über dem Vomperloch lichten sich

Von Nikolaus Paumgartten...

Von Nikolaus Paumgartten

Absam, Vomp, Gnaden- wald –Es ist eine Geschichte, die im Laufe der Zeit fast in Vergessenheit geraten war: Sie dreht sich um eine Gruppe junger Männer, die sich im Zweiten Weltkrieg nach dem Heimaturlaub weigerten, an die Front zurückzukehren. Als Deserteure setzten sie sich ab und versteckten sich ab dem Jahr 1943 im Vomperloch, einem Seitental des Inntals. Bis Kriegsende wuchs die Gruppe, die von eingeweihten Helfern aus der Region aktiv unterstützt wurde, auf rund 20 Personen an.

Nach dem Krieg über die Ereignisse zu sprechen, fiel nicht nur den beteiligten Männern schwer, die sich für ihre Weigerung, zurück an die Front zu kehren, als Feiglinge und Verräter beschimpfen lassen mussten. Auch die nachkommenden Generationen in den Familien scheuten sich, die Geschichte offen zu erzählen. Bis Mitte Jänner. Da fand auf Initiative des Gemeindemuseums Absam ein Themenabend zu den Desserteuren im Vomperloch statt. Das Interesse war derart groß, dass Museumsleiter Matthias Breit Besucher heimschicken musste, weil der Saal aus allen Nähten platzte.

Unter den Anwesenden waren auch Angehörige von Deserteuren im Vomperloch, die sich am Ende der Veranstaltung äußerten und die bis dahin anonymisierte Namen ihrer Verwandten öffentlich machten. So haben etwa mit Josef Innerebner (Gnadenwald) und Ernst Lerchster (Thaur) zwei der Deserteure nun ein Gesicht bekommen.

Aufgrund des enormen Interesses und der Bereitschaft von Verwandten und Eingeweihten, über die damalige Zeit zu sprechen, lädt das Gemeindemuseum Absam am 12. März zu einer zweiten Veranstaltung. Beginn ist um 20 Uhr, Platzreservierung unter 0676/84 05 32 700.

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