Tiroler Autohandel rechnet mit erneutem Rückgang

Der Autoabsatz soll das zweite Jahr in Folge sinken. Impulse erhoffen sich die Autohändler von Automessen und der sich erholenden Wirtschaft.

Innsbruck –Auf die heimische Autowirtschaft kommt erneut ein schwieriges Jahr zu. Nachdem schon im vergangenen Jahr in Tirol ein Rückgang der Pkw-Neuzulassungen um 4,6 Prozent verzeichnet wurde, rechnet Wolfgang Rötzer, Gremialvorsteher des Tiroler Autohandels heuer erneut mit sinkenden Verkaufszahlen. „Für heuer rechnen die meisten Autoimporteure und Hersteller mit einem Rückgang.“

Österreichweit ging die Zahl der Neuzulassungen sogar noch stärker zurück. 319.035 neu zugelassene Fahrzeuge bedeuten ein Minus von 5,1 Prozent gegenüber dem Jahr 2012. Heuer werden in Österreich zwischen 300.000 und 310.000 Neuzulassungen erwartet, sagt Rötzer.

Die beliebteste Automarke bei den Tirolern bleibt weiterhin Volkswagen. Obwohl die Nachfrage nach Modellen des deutschen Autobauers um knapp sieben Prozent nachließ, bleibt VW mit einem Marktanteil von 23,2 Prozent überlegener Marktführer. Dahinter folgen Marken wie Škoda, Audi, Ford, Mercedes und BMW mit Anteilen zwischen 6,8 und 3,87 Prozent.

Bei den Antriebsarten bleiben österreichweit Dieselmotoren mit 56,7 Prozent der Neuanmeldungen deutlich vor Benzinern mit 42,1 Prozent. Alternative Antriebe pflegen weiterhin ein Schattendasein. Mit 3858 steigt ihr Anteil zwar um 1,2 Prozent, sie machen insgesamt aber nur gut ein Prozent der neu zugelassenen Autos aus. Mit 654 verkauften Elektroautos bleibt diese Sparte weiter ein absolutes Nischenprodukt.

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Der Gremialobmann sieht aber in der mäßigen Prognose für das laufende Jahr noch keine unmittelbare Gefahr für die Tiroler Autobranche: „Durch die überwiegend familiär geführten Betriebe haben wir in Tirol im Moment eine relativ stabile Struktur.“ Dennoch mahnt er die heimischen Händler, für neue Vertriebswege offen zu sein. „Gegen den Trend zu vielfältigen Vertriebswegen, wie Flagship­stores, Großkundencenter oder Mehr-Marken-Vertragshändler, werden wir uns auf Dauer nicht wehren können“, mutmaßt Rötzer.

Dennoch sieht der Autohändler auch Grund zu Optimismus. „Vielleicht bringen uns die positiven Anzeichen der Europa-Märkte eine stabile Nachfrage.“ Auch die kürzlich zu Ende gegangenen Innsbrucker Autotage waren für die teilnehmenden Händler ein voller Erfolg. Die elf Händler verkauften dabei in nur vier Tagen rund 400 Autos. Zudem habe die Nova-Umstellung im Februar bei den Verkäufen zu einer Zunahme von 30 Prozent zum Vorjahresmonat geführt. „Wie groß dabei der Anteil der Vorziehkäufe war, bleibt abzuwarten“, sagt Rötzer. Auch vom heut­e beginnenden Innsbrucker Autosalon, der parallel zur Innsbrucker Frühjahrs­messe stattfindet, erhofft sich der Autohandel Impulse.

(ecke)


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