Parade für Chavez, Proteste gegen Regierung in Venezuela

Venezuela ist ein Jahr nach dem Tod von Hugo Chávez tief gespalten. Die Opposition geht auf die Straße, während die Regierung dem „Ewigen Comandante“ die Treue schwört und sich jede Einmischung verbittet.

Caracas – Ein Jahr nach dem Tod von Venezuelas Staatschef Hugo Chavez hat dessen Nachfolger Nicolas Maduro die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) vor einer Einmischung in seine Auseinandersetzung mit der Opposition gewarnt. Zugleich pries er seinen Vorgänger als „Demokratisierer“ und „Erlöser des Volkes“.

An der Gedenkkundgebung mit tausenden Anhängern nahmen am Mittwoch in Caracas auch Kubas Präsident Raul Castro und Boliviens Staatschef Evo Morales teil. Chavez war am 5. März 2013 nach 14 Jahren an der Macht an Krebs gestorben. Sein Nachfolger Maduro setzte sich bei Wahlen im April knapp gegen den Oppositionskandidaten Henrique Capriles durch.

Protestmärsche für Donnerstag und Samstag geplant

Aufgrund der hohen Kriminalitätsrate, der extremen Inflation und der Mangelwirtschaft demonstriert die Opposition seit Wochen gegen die Links-Regierung. Bisher gab es 18 Todesopfer und Hunderte Verletzte. Am Donnerstag und Samstag sollen weitere Protestmärsche folgen.

Maduro sieht in den Demonstrationen einen von den USA unterstützten Putschversuch. Er betonte die Entschlossenheit in den Reihen der Regierung und der Polizei: „Wir sind hier geeinter denn je.“

Die OAS wird sich vermutlich am Donnerstag auf Antrag Panamas mit der Lage in Venezuela befassen, was von der Regierung in Caracas abgelehnt wird. Maduro kündigte an, er werde auf jede Einmischung der OAS mit Stärke reagieren. Außenminister Elias Jaua hatte vorige Woche bei einer Südamerika-Tour und bei den Vereinten Nationen um Verständnis und Unterstützung für seine Regierung geworben.

„Zivil-militärische“ Parade zu Ehren von Chavez

Kubas Staatschef Castro gehört zu politisch engsten Verbündeten Venezuelas, das den Karibikstaat seit Jahren mit verbilligtem Öl versorgt und so einen wesentlichen Beitrag zum wirtschaftlichen Überleben Kubas leistet. Castro besuchte den Sarkophag mit den sterblichen Überresten von Chavez im „Cuartel de la Montana“, einem historischen Gebäude in der Nähe des Regierungssitzes in Caracas. Dort legte er eine weiße Rose auf die Steinplatte.

An einer „zivil-militärischen Parade“ nahmen am Mittwoch über 10.000 „sozialistische Kämpfer, Revolutionäre, Anti-Imperialisten“ teil, wie ein Armeesprecher mitteilte. Zudem wurden 570 Waffensysteme gezeigt. Indes waren in einigen Stadtteilen von Caracas nach örtlichen Medienberichten auch am Mittwoch Straßen mit Barrikaden blockiert. (APA/dpa)


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