Bordellpläne leben wieder auf

Kitzbühel könnte bald um eine Attraktion reicher sein. Nach fast 13 Jahren bekommen die Pläne für ein Bordell in der Stadt wieder neuen Aufwind. Vorerst geht es aber um eine Baugenehmigung.

Von Harald Angerer

Kitzbühel –Es gibt alles in Kitzbühel, fast zumindest. Denn die käufliche Liebe hat in der Stadt noch nicht Einzug gehalten, zumindest nicht offiziell. Das wollen seit nun schon fast 13 Jahren Wolfgang Haller und Christian Krimbacher ändern. Bisher scheiterten sie aber an der Stadtpolitik. Zumindest einen Etappensieg dürften die beiden nun aber erreichen. Auf der Tagesordnung zur Gemeinderatssitzung am kommenden Montag steht der Punkt Bebauungsplanänderung, Antragsteller die Red Eagle Projektentwicklung GmbH und somit Haller und Krimbacher. Ihnen gehört die Gesellschaft.

Einen Baubescheid für das Gebäude an der St. Johanner Straße gibt es schon sehr lange, doch damit dieser wirksam wird, ist eben diese Bebauungsplanänderung notwendig. Sobald dieser Beschluss im Gemeinderat gefällt ist, wird auch der Baubescheid unterzeichnet. „Endlich kommt wieder Bewegung in die Sache. Mir wurde von Bürgermeister Winkler zugesichert, dass wir nach der Bebauungsplanänderung zu bauen beginnen können“, sagt Wolfgang Haller auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung.

Für das geplante Objekt ist aber eine Nutzung als Geschäfts- und Betriebsgebäude vorgesehen. Von einem Bordell und damit notwendigen Wohnungen ist darin keine Rede. Ein Freudenhaus wäre mit dieser festgelegten Nutzung also nicht möglich, heißt es aus dem Stadtamt. Haller sieht darin aber kein Problem. „Wir halten natürlich weiter an den Bordellplänen fest. Doch jetzt ist es wichtig, dass wir endlich einmal zu bauen beginnen können. Wir warten ja schon seit fast 13 Jahren“, ärgert sich der Kirchberger Unternehmer.

Aber der Bau ist nur eine Hürde, die zweite ist das Genehmigungsverfahren für ein Freudenhaus. Zuletzt hatten die Projektwerber beim Verfassungsgerichtshof geklagt, die TT berichtete. Das Höchstgericht sieht eine Verzögerung, die auf Versäumnisse staatlicher Organe zurückzuführen sei.

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Bereits im Jahr 2006 wurde das Bordell von der Stadt Kitzbühel und dann auch von Seiten des Landes mit der Begründung abgelehnt, dass es keinen Bedarf gebe. Nach langem Hin und Her und weiteren Einsprüchen der Projektwerber hat das Höchstgericht nun aber die Beschwerde der beiden inhaltlich abgelehnt und an den Verwaltungsgerichtshof weitergeleitet. Hier hofft Haller auf eine für ihn positive Entscheidung. „Ich denke, die wird auch nicht mehr lange ausstehen“, gibt er sich zuversichtlich.

Gelassen gibt sich Bürgermeister Klaus Winkler: „Derzeit handelt es sich um eine rein baubehördliche Angelegenheit, die rechtlich isoliert zum laufenden Bordellverfahren zu betrachten ist. Der Gemeinderat ist mit der Änderung des Bebauungsplanes befasst. Die Errichtung des beantragten Büro- und Geschäftshauses ist legitim und kann auch nicht verwehrt werden.“


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