Bahn-Preise stiegen in Tirol besonders stark

Innsbruck – Die Arbeiterkammer Tirol (AK) hat die seit Jahresbeginn geltenden neuen ÖBB-Tarife scharf kritisiert. Es handele sich um einen „...

Das Netz zur Strom-Durchleitung stellt weiterhin die ÖBB-Infrastruktur zur Verfügung.
© ÖBB

Innsbruck –Die Arbeiterkammer Tirol (AK) hat die seit Jahresbeginn geltenden neuen ÖBB-Tarife scharf kritisiert. Es handele sich um einen „teureren und ungerechten Tarif-Dschungel“, bei dem die Preise für die Tiroler überproportional stark gestiegen seien. So ergab ein AK-Preisvergleich von alten und neuen Preisen, dass eine Fahrt von Innsbruck nach Wien heuer um knapp 6 % mehr kostet als vor einem Jahr. Von Kufstein, Wörgl und Jenbach aus wurde die Fahrt in die Bundeshauptstadt sogar um 9 % teurer, ermittelte die AK Tirol. Zum Vergleich: Für Bahnreisen von Bregenz und Dornbirn nach Wien wurden die Tarife nur um rund 2,5 % erhöht, von Salzburg nach Wien bleiben sie unverändert. Von Graz oder Linz nach Wien lag die Erhöhung laut AK-Erhebung bei weniger als 2 %.

Hintergrund ist eine Änderung des Systems. Wurde früher der Preis über die zurückgelegten Tarifkilometer berechnet, so passen die ÖBB jetzt die Tarife für einzelne Strecken individuell an. Das soll laut Bahn Preissprünge relativieren. Die AK meint jedoch: „Das bewirkt nicht nur eine intransparente Preisgestaltung, sondern vor allem auch die Möglichkeit, die Tarife pro Strecke unterschiedlich zu erhöhen.“ Präsident Erwin Zangerl rief die Bahn auf, zum alten System zurückzukehren und forderte eine „echte“ Tarifreform .

ÖBB-Sprecher René Zumtobel kann die Kritik nicht nachvollziehen. Man habe die Tarife in den vergangenen zwei Jahren vereinfacht und fairer gemacht, es gebe inzwischen nur noch ein Viertel der Tarife. Dass in Tirol die Preise zuletzt stärker gestiegen seien als anderswo, liege daran, dass die Tiroler zuvor billigere Preise gehabt hätten, sagt Zumtobel. (wer)

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