Anrainer fürchten geplante Wohnanlage ohne Stützmauer

In Wenns soll eine neue Wohnanlage entstehen. Allerdings wurde das Gebiet in einem Gutachten noch als Störzone bezeichnet.

Von Alexander Paschinger

Wenns –Über zwei Kehren geht es steil bergauf, nach der dritten Kurve soll die neue Anlage der Alpenländischen Heimstätte entstehen: 16 Wohneinheiten mit herrlichem Blick hinunter ins Pitztal und hinaus ins Inntal. „Wir sind jetzt zweieinhalb Jahre dran und hätten eigentlich schon vor, das Bauvorhaben zu realisieren“, erklärt der Geschäftsführer der Alpenländischen, Markus Lechleitner.

Juristisch sieht es dafür auch gut aus, denn inzwischen wurde den Anrainern die Parteienstellung aufgrund der Abstände abgesprochen. „Der Landesverwaltungsgerichtshof hat die Beschwerde formal abgewiesen, der UVS hätte sämtliche Punkte geprüft“, bedauert der Rechtsbeistand der Nachbarn, Peter Greil, dass sich die Rechtsprechung seit dem 1. Jänner geändert hat. Denn statt des UVS entscheidet nun der neue Landesverwaltungsgerichtshof. Greil möchte die Causa nun vor das Höchstgericht in Wien bringen und den Landesvolksanwalt befassen.

Den Anrainern geht es vor allem um die Sicherheit, denn die geplante Anlage soll in einem Gelände entstehen, das in einem Gutachten des früheren Univ.-Prof. Helfried Mostler 1989 noch als Störzone bezeichnet wurde. Die als „nicht verbaubare Flächen“ ausgewiesenen Gebiete dürfen keinesfalls angetastet werden, hieß es im Gutachten, das von der Gemeinde Wenns in Auftrag gegeben worden war. Letztlich hieß es: „Bei Nichteinhaltung der Vorschreibung besteht die Gefahr einer Teilhangrutschung, die das gesamte Projekt (damals geplantes Siedlungsgebiet, Anm.) gefährden könnte.“ Im Zuge der Planungen der neuen Wohnanlage verfasste Mostler ein neuerliches Gutachten. Darin meinte er, dass „für eine Sanierung der Böschung, insbesondere aber für den Teil der Verbauung, der unmittelbar oberhalb der Straßenböschung beginnt, die Errichtung einer Stützmauer erforderlich“ sei.

Genau um diese Stützmauer geht es nun im Rechtsstreit. Die Gemeinde hatte im ersten Baubescheid die Mauer noch angeführt, nach der Berufung verschwand sie. „Weil es nur eine Annahme des Gutachters ist, dass die Stützmauer errichtet wird“, heißt es aus der Gemeinde Wenns. Die Anrainer sehen das anders und vor allem die Straße und darunterliegende Gebäude gefährdet, sollte es zu einer Teilhangbewegung kommen.

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Gemeinde und Alpenländische versichern, alles zur Sicherung, vor allem zur Entwässerung, beizutragen. Die Anrainer sind anderer Ansicht. Vor allem, wenn es nicht zum geforderten Bau der Stützmauer kommen sollte.


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