Kletter-WM wird 2018 in Innsbruck ausgetragen

In zwei Jahren gibt es eine neue gigantische Kletteranlage. Die Veranstaltungskosten sollen 2,135 Millionen Euro betragen.

Innsbruck – Beim Kongress des internationalen Verbandes am vergangenem Samstag in Paris hat Österreich und damit Innsbruck den Zuschlag für die Weltmeisterschaft im Sportklettern 2018 bekommen. Im September in vier Jahren werden damit 25 Jahre nach den ersten Titelkämpfen in der Tiroler Hauptstadt die WM-Kronen im Bouldern, Vorstieg, Speed und Paraclimbing - also in allen vier Disziplinen - vergeben.

„Wir sind überglücklich“, strahlte Michael Schöpf, Generalsekretär des österreichischen Wettkletterverbandes (ÖWK), am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Innsbruck. Überzeugen konnte der ÖWK mit einem schlüssigen Bewerbungskonzept und auch der bisherigen perfekten Organisation von vier Weltcupveranstaltungen, vier Jugend-Weltmeisterschaften und der Durchführung der Europameisterschaft 2010, sowie einem „Solidaritätskonzept“. Dabei werden bis zu 200 Sportler aus wenig finanzkräftigen Ländern eingeladen. Kost und Logis sind für sie frei. „Das ist Tiroler Gastfreundschaft“, betonte Schöpf.

Die Veranstaltungskosten sollen 2,135 Millionen Euro betragen. Im Vergleich kostete die WM 2011 in Arco 1,6 Millionen und die EM in Innsbruck nur 350.000 Euro. Bund, Land und Stadt sollen jeweils 500.000 Euro zuschießen. Schöpf rechnet mit rund 750 Athleten aus 70 Nationen. Rund hundert TV-Stationen sollen vom 10. bis 16. September aus Innsbruck übertragen. „Auch weil Sportklettern in Asien extrem boomt“, erläuterte Schöpf, dem auch wichtig ist, dass Paraclimbing (Klettern für Menschen mit Behinderung) in die Titelkämpfe integriert ist.

Für Nachhaltigkeit soll dabei ein neues Kletterzentrum in Innsbruck sorgen, in dem auch das Bundesleistungszentrum integriert sein wird. „Die Studien dazu sind fertig, jetzt wird ein europaweiter Bewerb ausgeschrieben“, erläuterte Innsbucks Sportreferent Christoph Kaufmann, der mit einer Fertigstellung 2016 und Kosten zwischen acht und neun Millionen Euro rechnet. Dieses Kletterzentrum soll Kletterflächen von 3.900 Quadratmetern umfassen und bei der WM die Vorrunden beherbergen. Platz für 4.000 Zuschauer wäre vorhanden. Die Finalkämpfe sollen in der Olympiahalle (8.000 Zuschauer) ausgetragen werden.

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„Für unseren Markenbildungsprozess ist diese WM ein großes Highlight. Wir versuchen ja Innsbruck als alpin und urban zu etablieren“, sagte Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer. Zuvor schon gibt es in der Tiroler Landeshauptstadt 2016 die Bob- und Skeleton-WM und ein Jahr später die WM im Kunstbahnrodeln.

Österreichs Paradekletterin Anna Stöhr will bis zur Heim-WM unbedingt ihre Karriere fortsetzen. „Für uns ist ein Herzensprojekt in Erfüllung gegangen. Wenn ich an eine WM daheim denke, bekomme ich Gänsehaut“, sagte die Weltcupsiegerin im Bouldern, die bei der EM in Innsbruck auch den Titel gewann und bei der vergangenen WM in Paris Dritte wurde. „Für mich als Ur-Innsbrucker ist diese WM daheim ein Wahnsinn“, strahlte Jakob Schubert, regierender Weltmeister im Vorstieg.

Schubert will sich in dieser Saison voll auf den Vorstieg konzentrieren, ist derzeit aber zur Untätigkeit verurteilt. Bei einem Trainingsaufenthalt in den USA zog er sich einen Bänderriss im linken Ringfinger zu. Die Trainingspause wird noch vier Wochen dauern. (APA)


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