Operation gratis, nicht die Therapie

Die Helmtherapie für Kinder solle gratis sein, fordert die Liste Fritz. Die Krankenkasse habe ihren Beitrag verdoppelt, sagt die ÖVP.

Innsbruck –In Tirol gibt es rund 100 Kinder pro Jahr, die einen Helm tragen müssen, um Kopf-Verformungen vorzubeugen. „Während die Eltern bei der Helmtherapie derzeit rund 1200 Euro selbst bezahlen müssen, ist die viel teurere Operation kostenlos“, erklärte gestern die Klubobfrau der Liste Fritz, Andrea Haselwanter-Schneider, bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Die Helmtherapie koste 1620 Euro, die Tiroler Gebietskrankenkasse übernehme 453 Euro. „Das ist unverständlich und ungerecht“, sagt Haselwanter-Schneider. „Das stimmt so nicht“, hält VP-Klubobmann Jakob Wolf entgegen. Die Tiroler Gebietskrankenkasse habe sofort reagiert und ihren Beitrag verdoppelt. Jetzt würden 903 Euro refundiert, sagt Wolf.

Die Liste Fritz wird einen Antrag im Landtag einbringen. Darin wird gefordert, dass die Helmtherapie gratis sein soll. „Schließlich gibt es bei der Operation auch keinen Selbstbehalt“, stellt Klubobfrau Haselwanter-Schneider klar.

„Um bleibende Schäden an der Wirbelsäule oder am Kiefer zu verhindern, haben wir uns für unsere Zwillinge zur Helmtherapie entschieden und rund 3000 Euro dafür bezahlt“, berichtet Ralf I. Lorbeg, ein betroffener Vater von Zwillingen. „Wir wollten unseren Kleinen die Schmerzen und das Risiko einer Operation nicht zumuten, aber wir verstehen nicht, dass die Operation kostenlos ist und wir bei der schonenderen Helmtherapie den Großteil der Kosten selbst tragen müssen.“

Die Liste Fritz habe das Thema bereits vor zwei Jahren in den Landtag eingebracht, berichtet Haselwanter-Schneider. Die Abgeordneten hätten den zuständigen ÖVP-Gesundheitslandesrat Tilg einstimmig beauftragt, die komplette Kostenübernahme für alle Eltern in Tirol auszuverhandeln. „Passiert ist seither nichts, die Eltern müssen weiterhin selbst zahlen, ÖVP-Landesrat Tilg war un­tätig und spielt den Ball nur zur Krankenkasse.“

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VP-Klubobmann Wolf hält mit Kritik nicht hinter dem Berg. „Oppositionspolitik ist zweifellos ein wichtiger Bestandteil in einer Demokrat­ie. Aber bevor man mit Falschmeldungen hausieren geht, sollte man sich über die aktuel­le Situation erkundigen.“ (TT)


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