Flucht aus sozialen Netzwerken bringt nichts

Das Kuratorium Sicheres Österreich (KSÖ) widmet sich beim Sicherheitsevent 2014 ganz den Daten, die durchs Internet geistern.

Innsbruck –Sich ganz aus dem Internet oder sozialen Netzwerken abmelden? Maximilian Schrems sagt Nein. Außer man wolle künftig als Einsiedler leben. Doch genauso falsch sei es, dass von Unternehmen wahllos Daten gehortet werden, von denen heute niemand weiß, was mit ihnen später gemacht wird. Beim Sicherheitsevent 2014 des Kuratoriums Sichere­s Öster­reich (KSÖ) gibt der öster­reichische Facebook-Kritiker Schrems heute in Innsbruck einen Einblick, was mit den Daten im Netz so alles passieren kann.

Die drei Präsidenten des KSÖ, Helmut Tomac (Landespolizeidirektor), Hermann Petz (CEO Moser Holding) und Hannes Schmid (RLB), haben rund um das Thema „Datenmüll – Datenreycling – Daten in sozialen Netz­werken“ mehrere Experten eingeladen, die zur Sicherheit referieren werden.

Schrems, der 2012 den Verein europe-v-facebook.org gegründet hat, kämpft gerichtlich derzeit an mehreren Fronten gegen die großen Internetkonzerne – zum größten Teil in Irland. „Dort hat der Staat die Internet­industrie mit weitgehenden Zugeständnissen, auch in der Datensicherheit, angelockt.“ Schrems Ziel klingt einfach (das Recht auf Datenschutz auch durchzusetzen), ist aber bei unterschiedlichen Rechtslagen in der EU schwierig. „Was nutzt der beste Schutz bei uns, wenn die Firmen ohne­hin woanders ihren Sitz haben?“

Zudem gebe es etwa in den USA und Europa unterschiedliche Auffassungen über den Begriff der Privatsphäre. Was die Firmen mit den Daten machen, das wüssten sie teilweise selbst noch nicht, erklärt Schrems. „Doch was passiert, wenn ein Unternehmen in Konkurs geht? Dann kann man vielleicht auch Daten kaufen“, sagt Schrems.

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Nicht jeden Blödsinn zu posten, das habe sich mittlerweile in Österreich durchgesetzt. Die Sensibilität der Nutzer habe sich sicher gesteigert. Aber: „Den Usern bleiben aktuell nicht viele Möglichkeiten, sich etwas andere­s zu suchen. Und eigentlich ist Technologie ja auch durchaus cool“, sagt Schrems, der sich selbst nicht abgemeldet hat. (mw)


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