Der Blick auf den K2 hinab

Der K2 im Pitztal zieht an schönen Tagen die Tourengeher an wie ein Magnet. Der danebenliegende Rostizkogel ist weniger besucht, aber ebenfalls reizvoll. Allerdings verlangt er ein wenig mehr Können.

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Von Irene Rapp

St. Leonhard –Der K2 mit seinen 8611 Metern ist der höchste Berg im Karakorum und der zweithöchste der Achttausender. Er gilt als schwieriger Berg, ist noch nicht so oft bestiegen worden wie andere Achttausender.

Der K2 im Pitztal mit seinen 3253 Metern ist anders: Die Erhebung in den Ötztaler Alpen wird vor allem an schönen Tagen aufgrund der grandiosen Kulisse überrannt – anders als der danebenliegende Rostizkogel, dessen Gipfel 141 Meter höher liegt. Ein möglicher Grund: Die Tour zum K2 ist zwar lang, aber leicht.

Das Gelände zum Rostizkogel hinauf ist hingegen an einigen Stellen steiler, gute Spitzkehrentechnik gefragt, auch ist man länger unterwegs. Zudem müssen die Lawinenverhältnisse sicherer sein als auf den K2. Und wer in diesen Tagen auf Harscheisen vergisst, wird sich vor allem an einem steilen Hang unterhalb des Seekogels blutig schwer tun.

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Doch der Reihe nach: Ausgangspunkt für die Skitour auf den Rostizkogel ist die Bergstation der Rifflseebahn in St. Leonhard im Pitztal. Die Skier sollte man noch nicht aufgefellt haben, denn bei der Bergstation fährt man zunächst einige Meter zur Loipe am zugeschneiten Rifflsee hinab (Bild 1). Ab dort geht es in gewohnter Art und Weise weiter und zunächst ist man noch mit Tourengehern unterwegs, die drei verschiedene Ziele anstreben: Denn neben dem K2 und dem Rostizkogel geht es von hier aus auch auf den Wurmtaler Kopf.

Rostizkogel 3394 Meter

Ausgangspunkt: die Talstation der Rifflseebahn (1640 m) in Mandarfen/St. Leonhard (großer Parkplatz). Erste Bergfahrt der Bahn (Bergstation 2300 m) jeden Samstag und Sonntag um 8.30 Uhr. Preis der Bergfahrt: 14 Euro. Besitzer einer Regiocard fahren kostenlos.

Strecke: Aufstieg 1150 Höhenmeter, Distanz: rund 6,5 Kilometer. Gehzeit: ab 3 Stunden. Eine gute Orientierung zum Rostizkogel ist der Seekogel (3357 m).

Lawinengefahr: Infos u. a. unter www.lawine.at. Vor allem unterhalb des Seekogels ist Vorsicht geboten.

Zunächst dem Talverlauf entlang nach links hinauf zur ersten Geländestufe. Hier verabschieden sich (nach rund einer halben Stunde Gehzeit) die Wurmtaler-Kopf-Geher.

Zum Rostizkogel geht es ebenso wie zum K2 rechts hinauf: Nach zahlreichen, nicht sehr anstrengenden Spitzkehren durch die felszerklüfteten Katzenköpfe-Hänge erreicht man die nächste große Geländestufe. Hier kann man schon beide gut sehen: den K2 als auch den Rostizkogel (Bild 2).

Doch jetzt teilt sich der Weg, für unser Ziel biegen wir rechts ab und gehen auf die markante Felswand des Seekogels zu, am Wochenende waren hier auf rund 3000 Metern Höhe Gämsen zu sehen. Bald folgt das steilste Stück der Strecke und dann geht es immer entlang des markanten, lang gezogenen Seekogels, rechts vorbei am Nördlichen Löcherferner, hinauf zum flachen Gletscherbecken. Von hier aus ist der Gipfel des Rostizkogels schon greifbar: Angesteuert wird die breite Nordostschulter, am vergangenen Wochenende konnte man den mitunter abgeblasenen Gipfel mit Skiern gut erreichen (Bild 4).

Die höchste Stelle des Rostizkogels ziert kein Kreuz, im Unterschied zum K2, auf den man von hier gut hinabsehen kann. Der Grund: Der K2 war der Hausberg der Gebirgskompanie in der einstigen Verdrosskaserne in Imst. Immer wieder marschierten dort die Soldaten hinauf, allerdings vom Tal aus, was zur Folge hatte, dass man oft nur die Hälfte der Mannschaft hinaufbrachte, wie ein Insider erzählt. In den 90er-Jahren stellten die Soldaten ein Kreuz auf. Seit der Schließung der Kaserne sieht man dort kein Militär mehr. Die Anfahrt von der Kaserne in Landeck wäre zu lang.

Zurück zum Rostizkogel: Nachdem man die Aussicht genossen hat – u. a. auf die Wildspitze –, genossen wir die Abfahrt entlang der Aufstiegsspur. Von Pulver bis windgepresst und firnigen Passagen war alles dabei. Allerdings gibt es bei sicheren Verhältnissen auch andere Möglichkeiten zur Abfahrt, wie die Spuren zeigten. Das Gefühl dabei: aufgrund der traumhaften Kulisse unbeschreibbar.


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