Sicher campen auf vier Rädern

Wenn man nach den Neuzulassungen geht, liegt das Reisen mit Wohnmobilen voll im Trend. Mit diesen zwölf Tipps kommen Caravaner so sicher wie möglich an ihr Ziel.

Wer einmal mit dem Wohnmobil etwa durch den Westen der USA gereist ist, weiß, welche Gefahren auf so einer langen Reise lauern. Deshalb sollte man immer gut vorbereitet sein.
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München –Die nächsten Ferien kommen schneller als man denkt. Wer bald mit dem Wohnmobil reist, wird beim Gedanken an die große Fahrt vielleicht nervös, vor allem dann, wenn er noch keine Erfahrung mit dem Urlaub auf vier Rädern hat. Dabei ist das Reisen angenehm und einfach – wenn man einige Dinge beachtet.

1Groß genug – aber nicht zu groß: Gerade überlange Wohnmobile sind nicht immer leicht zu pilotieren. Trainieren Sie das Rangieren vor der Abfahrt auf einem großen Platz ohne viel Verkehr. Prägen Sie sich dabei markante Maße ein, sodass Sie erkennen können, wie viel Platz Sie zum Beispiel noch bis zum Bordstein haben.

2 Route prüfen: Wählen Sie Ihre Route so, dass Sie nicht mit dem Mobilhome durch enge Gassen italienischer Bergdörfer kurven müssen. Im Zweifel hilft es, das Navi so einzustellen, dass Straßen mit niedrigen Brücken oder schmale Straßen umfahren werden.

3 Wagen checken: Falls Sie ein eigenes Wohnmobil besitzen, denken Sie an den obligatorischen Check nach der Winterpause. Die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) rät: „Prüfen Sie insbesondere Batterien, Beleuchtung, Bremsen, Hupe und Betriebsflüssigkeiten sowie die Gültigkeit der Prüfplakette.“ Reifen dürfen zwar bis auf 1,6 Millimeter abgefahren sein, sollten aber besser vier Millimeter Profiltiefe aufweisen. Und: Sie dürfen ab Produktionsdatum höchstens sechs Jahre alt sein, so die GTÜ.

4Räume nutzen. Es gilt die Faustregel: Jeder Familie ihr eigenes Motorhome. Zwei Paare geraten sich schon nach wenigen Tagen nicht selten in die Haare – auch im geräumigsten Wohnmobil geht es eben doch einigermaßen eng zu. Reisen Kinder mit, sollten sie nach Möglichkeit einen abgetrennten Bereich nutzen können.

5Führerschein kopieren. In der Regel brauchen Sie – auch in Übersee – keinen speziellen Fahrausweis. Sie sollten dennoch eine Kopie, je nach Reiseland sogar eine beglaubigte Übersetzung, dabeihaben. Auch ein internationaler Führerschein (kostet rund 15 Euro) kann nützlich sein.

6Ausstattung überprüfen. Besonders bei Mietfahrzeugen sollten Sie kontrollieren, ob alles Vorgeschriebene an Bord ist. Aber auch beim eigenen Wohnmobil ist es ratsam, rechtzeitig und in Ruhe Gepäck und Ausrüstung im Fahrzeug unterzubringen. Sinnvoll ist es, sich eine Checkliste anzulegen. Tipp: Verzichten Sie auf Hartschalenkoffer, „weiches“ Gepäck lässt sich besser verstauen.

7 Apropos Gepäck: Das richtige Beladen eines Wohnmobils ist zwar keine Kunst, sollte aber bedacht geschehen. Worauf es besonders ankommt und wie das tatsächliche Gewicht des beladenen Campers ermittelt wird, zeigt eine neue Broschüre, die im Internet unter ratgeber.gtue.de zum kostenlosen Download bereitsteht.

8 Richtig packen. Geschirr sollten Sie unbedingt wackelsicher unterbringen. Im Zweifel stopfen Sie Zwischenräume mit – ohnehin benötigten – Geschirrtüchern aus. Eine gleichmäßige Gewichtsverteilung kann dazu beitragen, dass nichts hin- und herpurzelt. Kaum etwas nervt so sehr wie ein Dauerklappern im Wohnraum während der Fahrt. Verriegeln Sie zudem alle Schrankverschlüsse.

9 Bordelektrik checken. Machen Sie sich vor der Abfahrt mit Sicherungen und Anschlüssen vertraut. Achten Sie darauf, dass Sie eventuell notwendige Adapter für Stellplatz-Steckdosen an Bord haben. Tipp: Rollen Sie die Kabeltrommel auf dem Campingplatz immer komplett aus. Bei zu hoher Belastung erhitzt sich diese sonst, es kann zu Bränden kommen.

10 Ruhig starten. Legen Sie nicht gleich am ersten Tag einen Parforce-Ritt hin. Fahren Sie am besten nicht mehr als etwa 250 Kilometer. Denken Sie daran, dass der erste „Aufbau“ bestimmt etwas länger dauert. Sicher abstellen. Wohnmobile haben häufig Stützen am Heck – zum Kurbeln, elektrisch oder hydraulisch. Sie sollten diese benutzen, um das Fahrzeug in einen festen Stand zu bringen. Vorteil: Das Wohnmobil wackelt nicht, wenn man im Inneren auf- und abläuft. Bei nassem, feuchtem Untergrund ist es sinnvoll, Holzplatten unterzulegen.

11 Flüssigkeiten managen. Machen Sie sich vor der Abfahrt mit der Funktion der Toilette vertraut. Fast alle Systeme sind leicht zu bedienen – wenn man nicht unter Druck steht. Sorgen Sie außerdem dafür, dass Sie den Frischwassertank sauber halten und reinigen Sie ihn stets nach Anleitung. Bei Mietfahrzeugen sollten Sie Entkeimungszusätze mit auf die Reise nehmen.

12 Rundgang machen. Gewöhnen Sie sich an, vor der morgendlichen Abfahrt vom Standplatz eine Inspektion des Fahrzeugs von außen vorzunehmen. Es soll ja schon Caravaner gegeben haben, die mit ausgefahrenen Stützen oder angeschlossenem Stromkabel in den neuen Tag gestartet sind ... (srt)


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