100 Mio. Euro sollen für ältere Arbeitnehmer umgeschichtet werden

Auch Arbeitszeit-Änderungen für Lehrlinge und Gleitzeit-Mitarbeiter stellten Sozialminister Hundstorfer und Wirtschaftsminister Mitterlehner am Donnerstag vor.

Symbolbild.
© TT/Thomas Böhm

Wien - 100 Mio. Euro sollen heuer innerhalb des AMS-Regimes umgeschichtet werden, um sie für ältere Arbeitnehmer ab 50 Jahre einzusetzen. Zudem sollen Lehrlinge, die auf Montage mitfahren, künftig zehn Stunden am Tag arbeiten „dürfen“ und Gleitzeit-Mitarbeiter zwölf Stunden. Das verkündeten Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) am Donnerstag.

„Das klingt vielleicht klein, ist aber groß“, sagte Mitterlehner zu den anvisierten Arbeitszeit-Änderungen. Gleiches gelte für die bereits im Regierungsprogramm festgeschriebene minimale Senkung bei den Lohnnebenkosten insgesamt über 200 Mio. Euro pro Jahr - es gehe nämlich vorerst vor allem darum, eine Trendwende zu signalisieren, so der Wirtschaftsminister.

Die beiden Politiker traten am Donnerstag mit der Vorstandsvorsitzenden von Infineon Österreich, Sabine Herlitschka, und Voestalpine-Chef Wolfgang Eder nach einem Treffen mit weiteren heimischen Managern aller Branchen im Zuge des Wirtschaftsgesprächs „Impulse für die Wirtschaft“ vor die Presse. Dabei habe man sich auch noch darauf geeinigt, dass es künftig neben den angestrebten bereits genannten Änderungen auch weniger „Beauftragte“ - zum Beispiel Umweltschutz- oder Abfallbeauftragte - in den Betrieben brauchen werde. Aus derzeit 16 Beauftragten sollen vorerst zwölf werden. „Vielleicht kommen noch weitere weg“, meinte Mitterlehner.

Eder gab dazu ein griffiges Beispiel: „Wir haben bei der Voestalpine in Österreich rund 23.000 Mitarbeiter - und davon sind 1000 Beauftragte, die oft selbst vor allem wegen rechtlicher Belange gar nicht so zufrieden damit sind.“ Es sei „ganz wichtig“ dieses Gebiet nun zu durchforsten.

In dieser Sache, wie auch beim Arbeitsrecht, ist er gemeinsam mit Hundstorfer zuständig. Dieser sagte, ab kommender Woche werde es die entsprechende Gespräche geben. „Ich rechne damit, dass wir noch im ersten Halbjahr damit fertig werden“, so der Sozialminister. Wie bei den Lehrlingen auf Montage würde die Arbeitszeit samt An- und Abreise gelten.

Die 100 Mio. Euro für Maßnahmen für ältere Arbeitnehmer würden innerhalb des „AMS-Regimes“ umgewidmet, so der Sozialminister. „60 Prozent des Geldes sollen zur Wiedereingliederung von älteren Arbeitnehmern über 50 Jahre verwendet werden, 40 Prozent für Sozialökonomische Betriebe sprich dem Zweiten Arbeitsmarkt.“ Neben der Altersgrenze muss ein Betroffener auch mehr als sechs Monate lang arbeitslos gewesen sein. „Es braucht aber noch eine Gesetzesänderung im Nationalrat“, so Hundstorfer.

Für die kommenden drei Jahre will Hundstorfer insgesamt 350 Mio. Euro für die älteren Arbeitnehmer. Insgesamt könnten somit 20.000 über 50 Jahre alte Arbeitnehmerinnen gefördert werden.

Wie im Regierungsprogramm vorgesehen sollen auch noch Arbeitszeitaufzeichnungen entbürokratisiert und flexiblere Arbeitszeiten ermöglicht werden. Hier sah der Voestalpine-Chef erste Fortschritte und „den Willen aller Beteiligten, dass die Sache in die Gänge kommt“. (APA)


Kommentieren


Schlagworte