Gelände-Altmeister der besonderen Art

Der L200 ist eines der stärksten Pferde aus dem Hause Mitsubishi. Für den Interessenten ist er ein idealer Begleiter auf Abwegen.

Von Lukas Letzner

Innsbruck – Während die SUV’s bei uns seit Jahren wie die Pilze aus dem Boden schießen, um jeder nur erdenklichen Fahrzeuggattung den Rang abzulaufen, hält eine Spezies wacker dagegen: die Pick-ups. Zwar hat der technische Fortschritt auch vor den Lasteseln nicht halt gemacht, doch das Wichtigste ist ihnen geblieben: die notwendige Portion „Trucker-Feeling“. Und das ist gut so, denn schließlich macht das einen großen Teil des Reizes eines Pick-ups aus. Zudem verfügen die meisten von ihnen, im Gegensatz zu so manchem City-SUV, wirklich über vier angetriebene Räder.

Eine Extraportion von dem vorhin erwähnten „Trucker-Gefühl“ liefert der Mitsubishi L200, denn das japanische Lastentier rollt schon seit 2006 über unsere Feldwege, und hat somit schon einige Jahre auf dem Buckel. Das ist aber noch kein Grund, dass ihm die japanischen Ingenieure nicht kürzlich drei Sondermodelle spendierten. Eines davon, nämlich der L200 in der „Profi“-Ausführung, stand neulich auf unserem Hof. Obwohl man dem L200 beim letzten Facelift eine längere Pritsche spendiert hat, gehört der Mitsubishi zu den Kompaktesten seiner Gattung. Aber keine Sorge, als wir hinter dem Steuer Platz nehmen, kam kein beklemmendes Gefühl auf. Im Cockpit ist zwar Plastik das Material der Wahl, Verarbeitung und Optik können sich dennoch sehen lassen. Die Armaturen sind klar und übersichtlich angeordnet, auf überflüssigen Schnickschnack wird verzichtet. Angenehm finden wir auch die Sitze des L200. Längere Strecken lassen sich auf ihnen ebenso gut bewältigen wie kurze Ausritte ins Gelände.

Unter der Haube unseres Lastentiers arbeitet ein 178 PS starker Selbstzünder. Im Maximalfall erzeugt das Aggregat 350 Nm Drehmoment, die dann über das Getriebe herfallen. Subjektiv fühlt sich der L200 allerdings stärker an, als es ihm die Messwerte bescheinigen.

Wirklich in die Jahre gekommen ist das Fahrwerk des L200. Im Gegensatz zu den Jungspunden von der Konkurrenz dringen die kurzen Stöße an der Hinterachse bis zum Fahrer durch. Schnelle Kurven oder Feldwege mit tiefen Löchern nimmt man also besser etwas entspannter in Angriff.

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Doch auch alte Hasen können den Jungen noch zeigen, wo’s langgeht. Der Mitsubishi macht das mit seinem „Super-Select“-Allrad, der dem Benutzer jede Freiheit bietet. Der Fahrer kann den permanenten Allrad (wahlweise mit offenem oder gesperrten Differential) deaktivieren, oder auf eine Geländeuntersetzung zurückgreifen.

Zu haben ist der L200 übrigens ab 23.300 Euro (Doppelkabine ab 24.990 Euro). Wer aber zu der von uns gefahrenen top Ausstattung greift, muss 34.800 Euro über den Ladentisch reichen. Der Preisvorteil beim Sondermodell „Profi“ inklusive Laderaumwanne und einer Up-Stone- Aluminium-Ladeabdeckung liegt übrigens bei 2100 Euro.


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