Kinderpsychiatrie mit mehr Personal

Intensivere Betreuung soll Unterbringung von Kindern auf Erwachsenenstation verhindern.

Von Alexandra Plank

Innsbruck –Handlungsbedarf gab die Tilak Ende Dezember 2013 zu, als bekannt wurde, dass ein 9-jähriges Kind in der geschlossenen Abteilung der Erwachsenenpsychiatrie untergebracht werden musste. Der Hintergrund: An der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie gibt es keinen geschlossenen Bereich, wo die jungen Patienten bei Selbst- oder Fremdgefährdung versorgt werden können. Dieser bauliche Umstand wird sich erst ändern, wenn die Kinder- und Jugendpsychiatrie voraussichtlich 2016 nach Hall übersiedelt. 43 Betten sind dort vorgesehen. Aktuell erfolgt die stationäre und ambulante Versorgung von psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen ausschließlich an der Innsbrucker Universitätsklinik. Dafür stehen zwei Stationen mit derzeit 22 Normalbetten, eine Ambulanz mit verschiedenen Spezialsprechstunden und ein Konsiliar- und Liaisondienst zur Verfügung. Die neue Leiterin der Klinik, Kathrin Sevecke, will bis 2016 am Standort Innsbruck einiges verbessern. „Seit März haben wir mehr Personal. In akuten Situationen können wir die Patienten mit einem Schlüssel 1:1 in unserer Klinik versorgen. So hoffen wir, dass sich die Zahl der akut gefährdeten Kinder und Jugendlichen, die vormals in der Erwachsenenpsychiatrie untergebracht wurden, deutlich reduziert.“ Allein im ersten Quartal 2013 sind an der Innsbrucker Klinik 26 Kinder und Jugendliche im geschlossenen Bereich der Erwachsenenpsychiatrie angehalten worden. Sevecke ist froh über die Entscheidung des Landes zum neuen Standort. Sie bezweifelt aber, dass die Anzahl der Betten ausreichen wird. Die ambulanten und die Tagesstrukturen möchte sie auch nach 2016 in Innsbruck halten.


Kommentieren


Schlagworte