Eine Fülle an Ideen soll der drohenden Leere trotzen

Das Zentrum von Kundl wird künftig mit mehr Leben erfüllt: Insgesamt 624 Vorschläge von Bürgern wurden eingebracht.

Von Brigitte Eberharter

Kundl –In der Marktgemeind­e Kundl werden demnächst einige Gebäude leer stehen und deshalb hat sich der Gemeinde­rat schon jetzt die Frage gestellt, wie diese weiter genutzt werden könnten. Betroffen sind das Altenheim – welches nach dem Neubau zusammen mit der Gemeind­e Breitenbach leer stehen wird –, das Sappl-Haus, das Mehrzweck­gebäude und das Postgebäude.

Gemeinsam mit Architekt Roland Gruber und Christina Steininger von der Firma Non Conform wurde eine Ideenwerkstatt ins Leben gerufen und mehrere Initiativen gesetzt. U. a. waren von den Bürgern 624 Ideen eingelangt und an Ideenstammtischen aktiv diskutiert worden. Am Donnerstagabend wurden die Ergebnisse den Mandatare­n präsentiert.

Kundl ist ein so genanntes Haufendorf, weil es rund um das Dorfzentrum entstanden ist. Das hat den Vorteil, dass es ein richtiges Zentrum gibt, und dieses soll möglichst durchmischt sein. Bekannt ist, dass in Kundl der Bedarf für Nächtigungsmöglichkeiten besteht. Im Sappl-Haus könnte man sich deshalb vorstellen, dass im Erdgeschoß eine so genannte Kultur­bäckerei entsteht und eventuell ein Bed & Breakfast etabliert wird.

Das Mehrzweckgebäude könnte schon jetzt entsprechend adaptiert werden. Das Obergeschoß mit dem Brandlsaal, welcher nicht mehr benötigt wird, könnte den Vereinen zur Verfügung gestellt werden und auch das Äußere sollte eine Modernisierung erfahren.

Beim Postgebäude ist kein unmittelbarer Handlungsbedarf gegeben, allerdings hat dieses Haus die Kapazität für vielfache Nutzung. Am schnellsten bedarf es einer Lösung für das jetzige Alten- und Seniorenheim. Eine Idee war, dieses als Unternehmerhaus mit vermietbaren Schreibtischen und entsprechender Infrastruktur zu etablieren. Auch ein Jugendzentrum könnte dort untergebracht werden, doch die Stammtischmitglieder haben auch über einen Abriss diskutiert.

All diese Gebäude sollten letztendlich durch den „Roten Teppich“ zusammengeführt werden. Es ist dies ein Konzept, welches in einigen Gemeinden bereits praktiziert wird und bei dem die Straße nicht mehr vorrangig dem motorisierten Verkehr zur Verfügung steht, sondern gleichwertig mit Fußgängern und Radfahrern geteilt wird. Dieser öffentliche Bereich könnte auch durch einen anderen Straßenbelag gekennzeichnet sein.

Zwei Visionen wurden ebenfalls präsentiert, die aller­dings in der Zukunft liegen. Zum einen geht es um den kleinen Park neben dem Gemeindeamt, auf welchem ein kleines „Bed & Breakfast-Hotel“ entstehen könnte. „Historisch gesehen ist dort immer ein Gebäude gestanden“, erklärte Gruber und untermauerte dies mit alten Fotos. Noch weitreichender ist die zweite Vision, bei der das Raiffeisengebäude durch ein modernes Gebäude ersetzt wird, in welchem die Bank und das Gemeindeamt untergebracht werden. Damit würde der Park zwischen Schule und Bankgebäude aufgewertet werden und das Gemeindeamt wäre barriere­frei. „Seitens der Raik­a hat man sich dazu bereits positiv geäußert“, wusste BM Anton Hoflacher. Vize-BM Michae­l Dessl ist überzeugt davon, dass es der richtige Weg ist, zuerst das Ortszen­trum zu füllen, bevor am Rand weiter­gebaut wird. Vize-BM Albert Margreiter, er ist mit den Stammtischen betraut, fordert die Bevölkerung auf, weiterhin zu diesen monatlichen Treffen zu gehen und mitzudiskutieren.


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