Flexible Quotendiskussion

Frauenquoten in Privatwirtschaft als Zankapfel, 11.000 Tirolerinnen führen einen Betrieb.

Bei Frauen mit Kindern unter 15 Jahren beläuft sich die Teilzeitquote überhaupt auf 70 Prozent. (Symbolbild)
© lumen digital

Wien, Innsbruck –Benötigt es fixe, echte oder flexible Frauenquoten in Spitzenpositionen der Privatwirtschaft? Vor dem heutigen Weltfrauentag ist in Österreich die Debatte darüber wieder einmal entbrannt. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) ist über den Vorstoß von Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) für „Flexi-Quoten“ erfreut, pocht jedoch auf echte Quoten für die Privatwirtschaft. Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung sind darüber nicht erfreut.

„Ich bin froh, dass eine ÖVP-Ministerin das Wort Quote in den Mund nimmt“, dies bedeute, die ÖVP ist der Quote nicht mehr so fern, sagt Heinisch-Hosek und verweist auf die staatsnahen Betriebe, wo eine solche Regelung bereits umgesetzt wurde. Ob es mit einer „Flexi-Quote“ allein geht, bezweifelt sie „ein bisschen“.

Gegen die Einführung von Quoten haben sich umgehend Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung gewehrt. Zwangsmaßnahmen wie Quoten bei der Besetzung der Führungsgremien privater Unternehmen seien nicht nur ungerechtfertigte Eingriffe, sondern „gehen auch völlig ins Leere“, solange den Frauen nicht alle Chancen und Wahlfreiheiten für ihre Karriere- und Lebensplanung geboten werde, meinte Wirtschaftskammer-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser. Auch die Industriellenvereinigung hält Quoten für den „falschen Weg“.

Abseits von Quotendiskussionen freut sich die Vizepräsidentin der Tiroler Wirtschaftskammer Martina Entner, dass jedes zweite Tiroler Unternehmen (11.000 Betriebe) von einer Frau geführt wird. „Der Frauenanteil lag bei den Neugründungen im vergangenen Jahr bei 53 Prozent.“ Die Frauen seien top ausgebildet, würden fest im Berufsleben stehen und müssten oft den leider noch immer viel zu schwierigen Spagat zwischen Job und Familie meistern, fügt Entner hinzu. Obwohl sich beim Ausbau der Kinderbetreuungsplätze in Tirol schon sehr viel getan habe, benötige es vor allem einen flächendeckenden Ausbau von qualitativ hochwertigen und leistbaren Kinderbetreuungsplätzen für unter Dreijährige. (TT)


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