Wacker muss mit aller Kraft an Wunder glauben

Nach dem Admira-Sieg in Wolfsberg ist der FC Wacker heute (16.30 Uhr) gegen Rapid mit acht Punkten Rückstand zum Siegen verdammt.

Von Alex Gruber

Innsbruck –„Wir müssen eine Serie starten.“ Immer und immer wieder war dieser Satz in den letzten Wochen aus dem schwarzgrünen Lager zu entnehmen. „Mander s’isch Zeit.“ Höchste Eisenbahn sozusagen. Sonst fährt der Wacker-Zug am Ende dieser Saison tatsächlich ins Nirgendwo, volley hinunter in Liga zwei. Zu den „Dorfklubs“.

„Unser Tabellenplatz und solche Spiele unter Druck sind immer eine Ausnahmesituation“, hatte Wacker-Coach Michael Streiter schon gesprochen, bevor die Admira gestern im Kampf um den Klassenerhalt mit dem 3:2-Sieg in Wolfsberg erneut einen empfindlichen Nadelstich in Richtung Innsbruck setzte. Den Wacker-Kickern bleibt nichts anderes übrig, als den Blick auf die Tabelle und den Rückstand auszublenden. Es zählt im Tivoli nur das Hier und Jetzt, das drei Punkte gegen Rapid bringen muss. Auf die Attraktivität kann man so etwas von getrost pfeifen, ein Abräumer mehr im Mittelfeld ist angedacht: Bei Marco Kofler „pfeifen“ allerdings noch die Bronchien. Und 100-prozentige Fitness ist im Abstiegskampf eines der obersten Gebote.

Die Innenverteidigung um die beiden zuletzt gesperrten Rückkehrer Zeljko Djokic und Stipe Vucur muss halten. In der Offensivabteilung um die Speerspitze – die dürfte wohl auch heute Edin Bright Edomwonyi lauten – muss irgendeinem der Torknopf aufgehen. Fußball-Tirol und alle Nachwuchsteams (siehe Factbox), die den Weg ins Stadion finden, müssen sich die Seele aus dem Leib für die Schwarzgrünen schreien. Motto: „Ein Abstieg geht uns alle an.“

„Wir haben schon gezeigt, dass wir mithalten können und müssen die Null einmal halten“, erklärte Flügelspieler Christopher Wernitznig im Vorfeld. Aus schon gefeierten Teilerfolgen sollen endlich einmal 90 gewinnbringende Minuten werden. „Wir werden uns nicht verkriechen, sondern uns stellen und es erneut probieren“, kündigt Streiter an. In Angst erstarre bekanntlich nur das Kaninchen – nur wer Vertrauen fasse, könne schließlich einen Ausweg aus der Krise finden. Statistisch betrachtet liegt Wackers Siegwahrscheinlichkeit nach bislang drei Siegen in 25 Runden derzeit bei 12 Prozent. Beide Saisonduelle gegen Rapid (0:4/h, 0:3/a) gingen verloren. Was noch Hoffnung macht? Dass angeschlagene Boxer gefährlich sind? Dass Totgesagte länger leben? Die kleine Hoffnung auf ein Fußball-Wunder stirbt zuletzt.


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