Fenninger nach Doppelschlag in Aare Gesamtweltcup-Führende

Die Olympiasiegerin setzte sich im Riesentorlauf vor Viktoria Rebensburg und Jessica Lindell-Vikarby durch und führt im Weltcup nun knapp vor Höfl-Riesch. Eva-Maria Brem verpasste das Podest als Vierte knapp.

Aare - Im Saisonfinale beweist Anna Fenninger Nerven aus Stahl. Die Skirennläuferin aus Salzburg holte sich dank eines Doppelschlags in den beiden Aare-Riesentorläufen die Führung im Gesamtweltcup. Die Deutsche Maria Höfl-Riesch liegt allerdings nur sieben Zähler zurück und kann sich im Slalom am Samstag wieder in die Pole Position hieven.

Fenninger verwies am Freitag bei ihrem insgesamt siebenten Weltcupsieg - den dritten en suite im Riesentorlauf - die Deutsche Viktoria Rebensburg (0,61 Sek.), die Schwedin Jessica Lindell-Vikarby (0,68) und ihre Landsfrau Eva-Maria Brem (0,80) auf die weiteren Plätze. Damit behielt Lindell-Vikarby die Führung in der Disziplinwertung, Fenninger sagt ihr aber bei nur 14 Punkten Rückstand im finalen Rennen kommende Woche in Lenzerheide (Schweiz) den Kampf um die kleine Kugel an.

„Es wird noch ein großer Kampf“

Hatte die 24-jährige Fenninger am Donnerstag nach dem siebenten Halbzeitrang noch den Sieg errungen, brachte sie am Freitag ihre Halbzeitführung souverän ins Ziel. „Es ist mir selber ein Rätsel, ich habe eine gute Form, bin im Training sehr stabil und schnell. Dass ich es umsetzen kann, ist unglaublich schön. Dass es hier zu 100 Prozent geklappt hat, ist einfach nur cool“, meinte Fenninger, die in Aare ihre persönliche Vorgabe erfüllt hat: „Mein erstes Ziel war, den Riesentorlauf-Weltcup noch einmal spannend zu machen, das ist zu 100 Prozent gelungen.“

Dass auch die große Kugel möglich sein könnte, daran will Fenninger noch nicht so recht glauben. Auch wenn sie jetzt führt. „Das ist cool, aber morgen wird es wieder anders ausschauen. Wenn es am Ende so ausschaut wie heute, bin ich überglücklich, es wird aber noch ein großer Kampf.“ Das sieht auch ÖSV-Rennsportleiter Jürgen Kriechbaum so: „Es sieht so aus, dass ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu erwarten ist, aber Anna hat zwei Rennen weniger, sie ist auf keinen Fall die Favoritin.“ Als letzte Österreicherin hat 2007 Nicole Hosp den Gesamtweltcup gewonnen.

Höfl-Riesch will im Slalom angreifen

Wenn Höfl-Riesch am Samstag im Slalom versuchen wird, die Führung zurückzuerobern, befindet sich Fenninger gerade auf der Heimreise. „Es wäre schön, wenn ich an die letzten Slalom-Ergebnisse anschließen und wichtige Punkte mitnehmen könnte. Das Training ist knapp ausgefallen, ich habe am Dienstag ein paar Fahrten gemacht. Ich werde alles geben“, sagte die Deutsche, die mit den Riesentorlauf-Platzierungen 21 und 10 nicht zufrieden war.

„Der zweite Durchgang hatte wenigstens wieder ein bisschen was mit Skifahren zu tun. Ich habe gestern und heute im ersten versucht, es locker zu nehmen, ich habe den Gesamtweltcup ja schon einmal gewonnen und muss mir nicht so großen Druck machen, aber das ist leichter gesagt als getan. Da war total der Hund drinnen. Jetzt ist der Knoten aufgegangen, viel reparieren kann man nicht mehr, aber ein bisschen was“, haderte Höfl-Riesch mit ihrer aktuellen Performance.

Nach ihrem dritten Platz am Donnerstag verpasste Brem das zweite Stockerl ihrer Karriere nur knapp. „Cool, dass es noch knapp geworden ist, dass ich im zweiten Durchgang noch weit nach vorne gekommen bin. Das waren traumhafte zwei Tage. Skifahren ist viel Talent und viel harte Arbeit, aber auch viel im Kopf“, sagte die Tirolerin. Drittbeste Österreicherin war Michaela Kirchgasser als 17. „Auch wenn das Resultate nicht gut ausschaut, ich kann die Weltcup-Riesentorlaufsaison mit halbwegs einem Gefühl verlassen“, sagte die Salzburgerin.

Als 29. der Spezialwertung verpasste sie die Teilnahme am letzten Saison-Riesentorlauf, neben Fenninger und Brem ist Kathrin Zettel dafür qualifiziert. Über die 500-Punkte-Regel ist noch Elisabeth Görgl mit dabei. Zettel landete am Freitag direkt hinter Görgl (22.) nur an 23. Stelle. „Das muss ich abhaken. Es ist Ratlosigkeit da, je mehr ich probiere, desto schlechter geht es. Es sind nicht meine Verhältnisse, flach und weich, nichts was ich gerne mag. Ich muss auf den Slalom hoffen“, sagte die Niederösterreicherin Zettel. (APA)

Endstand des zweiten Weltcup-Riesentorlaufs in Aare:

1. Anna Fenninger (AUT) 2:00,15 58,49 1:01,66

2. Viktoria Rebensburg (GER) 2:00,76 +00,61 58,97 1:01,79

3. Jessica Lindell-Vikarby (SWE) 2:00,83 +00,68 59,10 1:01,73

4. Eva-Maria Brem (AUT) 2:00,95 +00,80 59,51 1:01,44

5. Maria Pietilä-Holmner (SWE) 2:01,28 +01,13 59,05 1:02,23

6. Manuela Mölgg (ITA) 2:01,48 +01,33 59,69 1:01,79

7. Nadia Fanchini (ITA) 2:01,70 +01,55 59,36 1:02,34

8. Federica Brignone (ITA) 2:01,92 +01,77 59,80 1:02,12

9. Nina Löseth (NOR) 2:02,28 +02,13 59,95 1:02,33

10. Maria Höfl-Riesch (GER) 2:02,47 +02,32 1:00,51 1:01,96

11. Kajsa Kling (SWE) 2:02,56 +02,41 1:00,10 1:02,46

12. Marion Bertrand (FRA) 2:02,58 +02,43 59,84 1:02,74

13. Katarina Lavtar (SLO) 2:02,69 +02,54 1:00,60 1:02,09

14. Tanja Poutiainen (FIN) 2:02,80 +02,65 59,92 1:02,88

15. Wendy Holdener (SUI) 2:02,81 +02,66 1:00,74 1:02,07

17. Michaela Kirchgasser (AUT) 2:02,99 +02,84 1:00,04 1:02,95

22. Elisabeth Görgl (AUT) 2:03,17 +03,02 1:00,31 1:02,86

23. Kathrin Zettel (AUT) 2:03,18 +03,03 59,53 1:03,65


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