„Wir wollen künftig überall mitregieren“

NEOS-Chef Matthias Strolz legt sich die Latte für die kommenden Wahlen hoch. Bundesländer sollten pleitegehen können.

Von Alois Vahrner

Innsbruck, Wien –Im Herbst hatten die NEOS die Meinungsforscher Lügen gestraft und sind in den Nationalrat eingezogen. Seither hängt man sich auch selbst die Trauben höher. Bei den heutigen Gemeinderatswahlen in Salzburg wollen die NEOS in der Stadt Salzburg 8 bis 10 % und Klub­stärke erreichen, sagte Parteichef Strolz zur TT.

Bei der EU-Wahl im Mai möchte Strolz das Nationalratswahl-Ergebnis verdoppeln und über 10 % kommen, Ziel sind zwei Europaparlamentssitze. Im Herbst bei der Landtagswahl in seinem Heimatbundesland Vorarlberg legt sich Strolz die Latte auf „10 Prozent plus“. Die Absolute der ÖVP sei fix weg, sie werde auf unter 40 % abstürzen. Eine mögliche schwarz-pinke Koalition mit Vorarlbergs ÖVP kann sich Strolz dann vorstellen.

Künftig würden die NEOS in allen Bundesländern und auch in möglichst vielen Gemeinden antreten – ganz klar, um dann auch mitzureden und zu regieren. „Der Lustgewinn in der Opposition ist ein enden wollender. Wir sind Anpacker und Umsetzer, das liegt einfach in der DNA der NEOS.“ Auf Bundesebene wäre für Strolz etwa eine schwarz-grün-pinke Dreierkoalition gut denkbar, aber auch eine Koalition mit der SPÖ. In der Politik sei es, auch wenn die große Koalition das nicht begreifen wolle, anders als beim Mikado: In der Politik gewinne der, der sich bewegt und mutig Ideen umsetzt.

Das Programm mit den drei Leitbegriffen Eigenverantwortung, Freiheit und Nachhaltigkeit habe man zusammen mit unzähligen Sympathisanten in 380.000 Stunden ausgearbeitet. Es gehe etwa darum, Österreichs Budget und Sozialsystem „enkelfit“ zu machen. Nach dem Desaster um die Hypo Alpe Adria sei klar, dass auch Bundesländer in die Insolvenz gehen können sollten. „Ich verstehe etwa Tirol und Vorarlberg nicht, dass sie da so einfach brav mitzahlen.“

Die NEOS würden in Sachfragen überall Verbündete suchen. „Es ist doch schön, wenn auch andere Parteien unsere Ideen übernehmen.“ So sei etwa der offene Kurs Westachse bei der Bildung positiv, ebenso die Forderung von LH Günther Platter nach einer Öffnung der ÖVP in Richtung NEOS.


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