Ashton: Einigung im Atomstreit mit Iran schwierig, aber machbar

Die EU-Chefdiplomatin besucht das erste Mal seit ihrem Amtsantritt vor fünf Jahren den Iran.

EU-Chefdiplomatin Catherine Ashton.
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Teheran – Bei einem Besuch in Teheran hat die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton vor einem Scheitern der Verhandlungen über das iranische Atomprogramm gewarnt. Es werde „schwierig und herausfordernd“, nach dem vorläufigen Abkommen vom November zu einer abschließende Einigung zwischen der internationalen Gemeinschaft und Teheran zu gelangen, sagte Ashton am Sonntag.

„Eine umfassende Einigung im Atomstreit ist eine schwierige Herausforderung, die wir aber mit der Unterstützung des Iran und der internationalen Gemeinschaft erreichen könnten“, sagte Ashton an der Seite des iranischen Außenministers Mohammad Javad Zarif. Es gebe „keine Garantie, dass wir erfolgreich sein werden“. Weiters rief Ashton alle Beteiligten zu gemeinsamen Anstrengungen auf.

Zarif ist „entschlossen“

Zarif sagte, Teheran sei „entschlossen, ein Abkommen zu schließen“. Der Iran habe „den Glauben daran und den politischen Willen dazu bereits bewiesen“. „Wir haben unseren Teil beigetragen“, sagte Zarif.

Mit Ashton habe er auch die Lage in Syrien besprochen. Im Bürgerkrieg steht Teheran auf der Seite des Regimes von Präsident Bashar al-Assad.

Ashton war am Samstag in Teheran eingetroffen. Auf ihrem Programm stand auch ein Gespräch mit Präsident Hassan Rohani (Rouhani). Am Montag will Ashton in die Universitätsstadt Isfahan reisen, wo Atombrennstäbe hergestellt werden.

Die EU-Chefdiplomatin besucht das erste Mal seit ihrem Amtsantritt vor fünf Jahren den Iran. Sie ist die höchste EU-Vertreterin, die den Iran besucht, seit der damalige EU-Außenbeauftragte Javier Solana im Juni 2008 das Land bereiste.

Ashton ist Chefunterhändlerin der 5+1-Gruppe der UNO-Vetomächte und Deutschlands, die mit Teheran derzeit über ein endgültiges Atomabkommen verhandelt. Bis Ende Juli soll eine Lösung gefunden werden, die dem Iran die friedliche Nutzung der Atomenergie erlaubt, die Entwicklung von Atomwaffen jedoch dauerhaft verhindert. Im Gegenzug für Zugeständnisse des Iran sollen sämtliche verhängten Sanktionen aufgehoben werden.

Das Abkommen baut auf dem Interimsabkommen vom November auf, das im Gegenzug für die Lockerung gewisser Sanktionen vorsieht, dass der Iran für zunächst sechs Monate seine Urananreicherung einfriert, seine Vorräte höher angereicherten Urans reduziert und verschärfte Kontrollen zulässt. Die Internationale Atomenergie-Agentur (IAEA) erklärte zuletzt, bisher habe der Iran alle Vorgaben umgesetzt. (APA/AFP/dpa)


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