Doppelsieg: Zweites Gold für Salcher, Lanzinger Super-G-Zweiter

Der Kärntner Markus Salcher ist in Sotschi weiter eine Klasse für sich. Er gewann auch den Super-G-Bewerb. Sechs Jahre nach seiner Amputation raste Matthias Lanzinger aufs Podest.

Krasnaja Poljana - Behinderten-Skisportler Markus Salcher hat seine zweite Goldmedaille bei den Paralympics in Sotschi und Krasnaja Poljana geholt. Der Kärntner gewann nach Gold in der Abfahrt nun am Sonntag auch den Titel im Super-G. Und es gab gleich einen Doppelsieg für Österreich, denn Matthias Lanzinger wurde in diesem Stehend-Bewerb mit 0,41 Sekunden Rückstand Zweiter. Bronze ging an den Russen Alexej Bugajew.

„Das ist ein Traumergebnis, weil mein Ziel war, eine Medaille zu holen und jetzt hab ich zwei goldene“, jubelte Doppelsieger Salcher. Er habe zunächst gedacht, „das ist kein Lauf für mich, weil er zu viel dreht. Aber ich war so locker und habe keine Fehler gemacht“.

Sechs Jahre nach der Amputation seines linken Unterschenkels hat Lanzinger die Silbermedaille gewonnen. „Ich bin natürlich total glücklich“, sagte der 33-Jährige. „Bei diesen warmen Bedingungen ist es enorm schwer, mit einer Prothese zu fahren.“ Lanzinger war froh, dass es nach Rang vier in der Abfahrt für eine Medaille reichte. „Dass es aber schon im zweiten Rennen geklappt hat, obwohl mir diese Piste und dieser Schnee nicht besonders liegt, ist schon eine Erleichterung“, sagte der beinamputierte Salzburger.

Zum Auftakt der Wettbewerbe am Samstag war Lanzinger in der Abfahrt Vierter geworden, in den kommenden Tagen plant er weitere Starts. Der ehemalige Weltcupläufer rechnet sich auch noch in der Super-Kombination und im Riesentorlauf Medaillenchancen aus.

Der Salzburger fuhr jahrelang in der Spitze des alpinen Ski-Weltcups und war zudem Junioren-Weltmeister. Am 2. März 2008 stürzte Lanzinger beim Super-G in Kvitfjell (Norwegen) schwer und zog sich einen offenen Unterschenkelbruch und Gefäßverletzungen zu. Nach Komplikationen musste ihm der linke Unterschenkel amputiert werden.

Im Sitzend-Bewerb, den der Japaner Akira Kano mit mehr als zwei Sekunden Vorsprung gewann, erlitt der auf Medaillenkurs liegende Roman Rabl bei einem der vielen Stürze Blessuren am Oberkörper. „Ich hab schon ein paar Prellungen da hinten in der Rippengegend, die mir jetzt weh tun. Aber das ist schon okay. Wenigstens hab ich eine gute Show geboten. Das sind ja immerhin Paralympics und kein Jux-Rennen“, meinte Rabl. Philipp Bonadimann wurde Achter. (APA/dpa)


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